
Eine erfolgreiche MFK-Prüfung ist keine Glückssache, sondern das Ergebnis gezielter, präventiver Massnahmen, die teure Nachprüfungen und administrative Hürden vermeiden.
- Der Vorab-Check in der Garage ist eine Investition, die sich durch die Vermeidung von Folgekosten fast immer auszahlt.
- Das Ignorieren von MFK-Terminen oder nicht eingetragenen Änderungen kann zu massiven finanziellen Konsequenzen führen, inklusive Regress durch die Versicherung.
- Eine lückenlose Dokumentation, insbesondere bei importierten Fahrzeugen, ist die halbe Miete für eine reibungslose Prüfung.
Empfehlung: Betrachten Sie die MFK-Vorbereitung nicht als lästige Pflicht, sondern als strategische Wartung, um teure Kostenfallen proaktiv zu umschiffen und den Wert Ihres Fahrzeugs zu sichern.
Das Aufgebot vom kantonalen Strassenverkehrsamt liegt im Briefkasten: Ihr Fahrzeug muss zur periodischen Motorfahrzeugkontrolle (MFK). Besonders für Besitzer älterer Fahrzeuge beginnt nun eine Zeit der Unsicherheit. Viele Autofahrer glauben, eine schnelle Autowäsche und ein kurzer Blick auf die Beleuchtung würden ausreichen. Diese Annahme ist jedoch eine der häufigsten und teuersten Fehleinschätzungen. Die Realität, gerade bei Fahrzeugen mit einigen Jahren und Kilometern auf dem Buckel, ist weitaus komplexer.
Die MFK ist weit mehr als nur ein technischer Test; sie ist ein finanzieller Weichensteller. Die eigentliche Gefahr lauert nicht in der relativ geringen Gebühr für eine allfällige Nachprüfung. Die wahren Kostenfallen sind die unentdeckten Mängel, die zu teuren Folgeschäden führen, der administrative Aufwand bei Beanstandungen und die potenziell gravierenden versicherungstechnischen Konsequenzen bei Nachlässigkeit. Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, die Prüfung nicht als Schikane, sondern als Chance für eine präventive Bestandsaufnahme zu begreifen.
Doch was, wenn der wahre Hebel nicht reaktives Reparieren, sondern proaktives Verstehen der Prüflogik ist? Dieser Leitfaden geht über die üblichen Checklisten hinaus. Wir analysieren die kritischen Punkte aus der Perspektive eines MFK-Vorbereiters. Wir zeigen Ihnen die technischen und administrativen präventiven Hebel auf, die oft übersehen werden, aber letztlich über Bestehen und Scheitern entscheiden – von der korrekten Interpretation der Prüfintervalle über die Handhabung von Umbauten bis hin zu den Konsequenzen bei einem Kantonswechsel.
Dieser Artikel ist Ihr technischer und strategischer Fahrplan. Er führt Sie systematisch durch die wichtigsten Aspekte der MFK-Vorbereitung, damit Sie nicht nur die Prüfung bestehen, sondern auch langfristig Kosten und Ärger vermeiden. Die folgende Übersicht zeigt Ihnen die Themen, die wir im Detail behandeln werden.
Inhalt: Ihr Wegweiser für eine erfolgreiche Motorfahrzeugkontrolle
- Wann muss Ihr Auto zum ersten Mal zur Prüfung und danach wie oft?
- Warum lohnt sich der Vorab-Check in der Garage fast immer?
- Wie pausieren Sie Versicherung und Steuern, wenn Sie das Auto im Winter nicht nutzen?
- Was passiert, wenn Sie die MFK-Termine ignorieren und die Polizei kommt?
- Felgen und Auspuff: Was müssen Sie im Ausweis eintragen lassen?
- Formular 13.20A: Welche Papiere brauchen Sie für ein Auto aus Deutschland?
- Warum ist der zerbissene Schlauch billig, aber der Motorschaden danach extrem teuer?
- Umzug in einen anderen Kanton: Wie lange dürfen Sie mit den alten Schildern fahren?
Wann muss Ihr Auto zum ersten Mal zur Prüfung und danach wie oft?
Die erste und grundlegendste Frage bei der MFK-Vorbereitung betrifft die Fristen. Ein verpasster Termin führt unweigerlich zu administrativem Aufwand und kann im schlimmsten Fall sogar die Stilllegung des Fahrzeugs zur Folge haben. Die Prüfintervalle in der Schweiz sind klar geregelt und hängen vom Alter des Fahrzeugs ab. Es ist entscheidend, diese Zyklen zu kennen, um nicht von einem Aufgebot überrascht zu werden. Die Kosten für die MFK-Prüfung, die je nach Kanton mit etwa 60 Franken zu Buche schlägt, sind dabei der kleinste finanzielle Posten.
Für Personenwagen gelten in der Schweiz die folgenden, gesetzlich festgelegten Prüfungsintervalle, die ab dem Datum der ersten Inverkehrsetzung berechnet werden:
- Erste Prüfung: 5 Jahre nach der ersten Inverkehrsetzung. Viele Neuwagenbesitzer sind sich dessen nicht bewusst und erhalten das erste Aufgebot unerwartet.
- Zweite Prüfung: 3 Jahre nach der ersten Prüfung. Der Intervall verkürzt sich hier bereits deutlich.
- Anschliessend: Nach der zweiten Prüfung muss das Fahrzeug alle 2 Jahre zur Kontrolle. Dies ist der Standardzyklus für die meisten Fahrzeuge auf Schweizer Strassen.
- Sonderfall Veteranenfahrzeuge: Fahrzeuge, die älter als 30 Jahre sind und den offiziellen Veteranenstatus besitzen, profitieren von einem verlängerten Intervall und müssen nur alle 6 Jahre geprüft werden.
Das Strassenverkehrsamt versendet das Aufgebot in der Regel automatisch. Es liegt jedoch in der Verantwortung des Halters, die Verkehrstauglichkeit des Fahrzeugs jederzeit zu gewährleisten. Ein Halterwechsel kann ebenfalls eine ausserordentliche Prüfung auslösen, wenn die letzte MFK bereits länger zurückliegt. Diese Intervalle zu kennen, ist der erste präventive Hebel, um nicht unter Zeitdruck agieren zu müssen.
Warum lohnt sich der Vorab-Check in der Garage fast immer?
Die Versuchung ist gross, direkt zur MFK zu fahren und auf das Beste zu hoffen – ein Vorgehen, das oft als „Pokern“ bezeichnet wird. Doch gerade bei älteren Fahrzeugen ist dies eine hochriskante Strategie. Ein professioneller MFK-Vorab-Check in einer Fachwerkstatt ist keine unnötige Ausgabe, sondern eine strategische Investition in die Vermeidung von Folgekosten und Zeitverlust. Der Mechaniker kennt die typischen Schwachstellen des Modells und die genauen Kriterien der Prüfer. Er identifiziert Mängel, die ein Laie niemals entdecken würde, von beginnender Korrosion an tragenden Teilen bis hin zu feinen Rissen in den Bremsschläuchen.
Die finanzielle Logik dahinter ist simpel: Die Kosten für die Behebung kleinerer Mängel vor der Prüfung sind fast immer geringer als der Aufwand, der nach einer Beanstandung entsteht. Eine Nachprüfung bedeutet nicht nur eine zusätzliche Gebühr, sondern auch einen zweiten Termin, erneute Anfahrt und potenziell die Notwendigkeit, das Fahrzeug für die Reparatur kurzfristig aus dem Verkehr zu ziehen. Die untenstehende Tabelle zeigt, dass die Kosten für einen simplen MFK-Check in der Garage deutlich unter einer umfassenden Vorbereitung liegen und eine sinnvolle Absicherung gegen die Kosten einer Nachprüfung darstellen.

Wie die Hände des erfahrenen Mechanikers auf dem Bild symbolisieren, geht es um Präzision und Fachwissen. Ein Vorab-Check deckt nicht nur sicherheitsrelevante Mängel auf, sondern stellt auch sicher, dass alle administrativen Details, wie die Lesbarkeit der Chassisnummer, korrekt sind. Dies minimiert das Risiko von Beanstandungen wegen Kleinigkeiten und gibt Ihnen die Sicherheit, bestmöglich vorbereitet zu sein. Eine Analyse des TCS zeigt, dass sich eine professionelle Vorbereitung lohnt, um teure Überraschungen zu vermeiden.
| Leistung | Kosten | Zeitaufwand |
|---|---|---|
| MFK-Check in Garage | 80-150 CHF | 1-2 Stunden |
| Erstprüfung MFK Zürich | 56 CHF | 30 Minuten |
| Nachprüfung bei Mängeln | 35 CHF | 30 Minuten + Anfahrt |
| MFK-Vorbereitung inkl. Reinigung (TCS) | 300-500 CHF | 2-3 Stunden |
Ihr Aktionsplan: Die finale Selbstprüfung vor dem MFK-Termin
- Dokumenten-Check: Alle Papiere (Fahrzeugausweis, Abgasdokument, Prüfberichte für Anbauteile) griffbereit und vollständig?
- Funktions-Audit (Lichter & Signale): Alle Lichter (Stand-, Abblend-, Fern-, Bremslicht, Blinker, Nebelschlussleuchte) einzeln geprüft und funktionsfähig?
- Flüssigkeits- und Sichtprüfung: Füllstände (Öl, Brems-, Kühlflüssigkeit) im Normbereich? Sichtbare Lecks, poröse Schläuche oder Marderbisse am Motor?
- Chassis- & Reifen-Inspektion: Reifendruck korrekt? Profiltiefe über dem gesetzlichen Minimum (1.6 mm)? Keine sichtbaren Schäden an Felgen oder Karosserie?
- Reinheits-Protokoll: Motorraum und Unterboden sauber? Typenschilder und Chassisnummer lesbar?
Wie pausieren Sie Versicherung und Steuern, wenn Sie das Auto im Winter nicht nutzen?
Viele Fahrzeughalter, insbesondere von Cabrios, Oldtimern oder Sportwagen, nutzen ihr Fahrzeug nur saisonal. Das Auto über den Winter ungenutzt in der Garage stehen zu lassen, während Versicherung und Verkehrssteuern weiterlaufen, ist eine unnötige finanzielle Belastung. Die Schweizer Gesetzgebung bietet eine einfache und effiziente Lösung, um diese Kosten zu pausieren: die Hinterlegung der Kontrollschilder (umgangssprachlich „Schilder deponieren“). Dieser administrative Schritt sistiert die wichtigsten laufenden Kosten und ist ein wichtiger präventiver Hebel zur Kostenoptimierung.
Der Prozess ist unkompliziert und kann bei jedem kantonalen Strassenverkehrsamt durchgeführt werden. Die folgenden Schritte sind dafür notwendig:
- Die Kontrollschilder werden physisch beim Strassenverkehrsamt abgegeben oder per Post eingesandt.
- Das Amt versieht den Fahrzeugausweis mit einem entsprechenden Vermerk und meldet die Sistierung automatisch an die Versicherung.
- Die Haftpflichtversicherung wird vollständig pausiert. Für die Dauer der Hinterlegung besteht kein Versicherungsschutz im öffentlichen Verkehr.
- Die Kaskoversicherung (Teil- oder Vollkasko) kann oft als sogenanntes „Garagenrisiko“ zu einem stark reduzierten Tarif weitergeführt werden. Dies deckt Schäden wie Diebstahl, Feuer oder Marderbisse, während das Fahrzeug parkiert ist.
- Sobald das Fahrzeug wieder in Betrieb genommen werden soll, können die Schilder gegen eine geringe Gebühr wieder abgeholt werden. Ein neuer Versicherungsnachweis ist dafür erforderlich.
Diese Methode ist ideal für Fahrzeuge, die für mehrere Monate stillstehen. Sie erspart nicht nur die Verkehrssteuern für den entsprechenden Zeitraum, sondern auch einen Grossteil der Versicherungsprämie. Es ist die sauberste Methode, um ein saisonales Fahrzeug legal und kostengünstig stillzulegen.
Fallbeispiel: Wechselschilder als kostengünstige Alternative
Für Besitzer von zwei saisonalen Fahrzeugen (z.B. ein Cabrio für den Sommer und ein Allradfahrzeug für den Winter) bieten sich Wechselschilder an. Dabei wird nur ein Satz Kontrollschilder für beide Fahrzeuge ausgegeben, die abwechselnd montiert werden. Der grosse Vorteil: Versicherung und Steuern werden nur für das teurere bzw. hubraumstärkere Fahrzeug berechnet, während das zweite Fahrzeug quasi kostenlos mitversichert ist. Sogar mehr als zwei Veteranenfahrzeuge können auf ein Wechselschild eingelöst werden, was diese Option für Sammler besonders attraktiv macht.
Was passiert, wenn Sie die MFK-Termine ignorieren und die Polizei kommt?
Das Aufgebot zur MFK zu ignorieren, ist eine der schlechtesten Entscheidungen, die ein Fahrzeughalter treffen kann. Es handelt sich nicht um ein Kavaliersdelikt, sondern um eine ernsthafte Pflichtverletzung mit potenziell gravierenden Konsequenzen. Die unmittelbaren Folgen sind zunächst administrativer Natur. Nach Verstreichen der Frist und einer oder mehreren Mahnungen kann das Strassenverkehrsamt einen Entzug des Fahrzeugausweises und eine Stilllegung der Kontrollschilder anordnen. Spätestens dann wird die Polizei eingeschaltet, um die Schilder einzuziehen. Das Fahrzeug darf dann nicht mehr auf öffentlichen Strassen bewegt werden.
Die wirkliche Kostenfalle lauert jedoch im Verborgenen: im Versicherungsrecht. Das Fahren mit einem Fahrzeug, dessen MFK-Termin seit Längerem abgelaufen ist, wird von Versicherungen als grob fahrlässig eingestuft. Dies hat im Schadensfall massive finanzielle Auswirkungen. Während die Haftpflichtversicherung den Schaden des Unfallgegners zwar zunächst deckt, wird sie mit grosser Wahrscheinlichkeit Regress auf den Fahrzeughalter nehmen. Das bedeutet, die Versicherung fordert einen erheblichen Teil der Schadenssumme zurück. Dabei kann es sich um Zehn- oder sogar Hunderttausende von Franken handeln.
Diese Gefahr wird von vielen unterschätzt. Der kleine Betrag, der für eine rechtzeitige MFK oder eine Nachprüfung (je nach Kanton zwischen 15 und 55 Franken) angefallen wäre, steht in keinem Verhältnis zum finanziellen Ruin, den ein Regressfall nach sich ziehen kann. Ein anerkannter Experte warnt eindringlich vor dieser Praxis.
Fahren mit einem lange abgelaufenen MFK-Termin wird von Versicherungen als grob fahrlässig eingestuft. Im Schadensfall kann die eigene Haftpflichtversicherung Regress auf den Fahrer nehmen und einen Teil der Schadenssumme zurückfordern.
– Patrick Villiger, AXA Schweiz, AXA Ratgeber Grobfahrlässigkeit
Das Ignorieren der MFK ist somit kein Sparen am falschen Ende, sondern ein Spiel mit dem Feuer, das im Ernstfall die finanzielle Existenz bedrohen kann.
Felgen und Auspuff: Was müssen Sie im Ausweis eintragen lassen?
Individuelle Anpassungen am Fahrzeug wie spezielle Felgen oder ein sportlicherer Auspuff sind beliebt, um dem Auto eine persönliche Note zu verleihen. Doch Vorsicht: Nicht jede Änderung ist ohne Weiteres zulässig. Die MFK prüft solche Umbauten besonders kritisch. Ein nicht konformes oder nicht eingetragenes Bauteil führt unweigerlich zu einer Beanstandung und einer teuren Nachprüfung. Der Grundsatz lautet: Jede Änderung, die die Typengenehmigung des Fahrzeugs beeinflusst, muss entweder über eine Eignungserklärung verfügen oder im Fahrzeugausweis eingetragen werden.
Der administrative Aufwand hängt stark von der Art des Bauteils und den mitgelieferten Dokumenten ab. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass jedes Zubehörteil mit einem „Beiblatt“ automatisch legal ist. Entscheidend ist die Art der Genehmigung. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen eintragungsfreien und eintragungspflichtigen Änderungen.
- Mit CH-Eignungserklärung: Viele in der Schweiz verkaufte Zubehörteile (z.B. bestimmte Felgen oder Auspuffanlagen) werden mit einer sogenannten Eignungserklärung geliefert. Dieses Dokument bestätigt, dass das Teil für das spezifische Fahrzeugmodell geprüft und zugelassen ist. Das Dokument muss lediglich im Fahrzeug mitgeführt werden; eine Eintragung im Fahrzeugausweis ist nicht nötig.
- Ohne CH-Eignungserklärung / ausserhalb der Typengenehmigung: Werden Felgen montiert, die in Grösse oder Einpresstiefe von den originalen Spezifikationen abweichen, ist eine Eintragung Pflicht. Dasselbe gilt für Sportauspuffanlagen ohne spezifische Schweizer Genehmigung (ABE allein reicht oft nicht) oder für Fahrwerksänderungen wie eine Tieferlegung.
- Anhängerkupplung: Die Nachrüstung einer Anhängerkupplung ist immer eintragungspflichtig.
Vor dem Kauf von Zubehörteilen ist es daher unerlässlich, sich über die Notwendigkeit einer Eintragung zu informieren. Ein „Schnäppchen“ aus dem Ausland kann sich schnell als teure Kostenfalle erweisen, wenn die für die Schweiz erforderlichen Papiere fehlen und eine aufwendige und teure Einzelabnahme beim Dynamic Test Center (DTC) notwendig wird.
Formular 13.20A: Welche Papiere brauchen Sie für ein Auto aus Deutschland?
Der Import eines Fahrzeugs, beispielsweise aus Deutschland, kann finanziell attraktiv sein. Der Prozess endet jedoch nicht mit der Bezahlung und Überführung. Bevor das Auto Schweizer Kontrollschilder erhält, muss es eine technische Prüfung beim kantonalen Strassenverkehrsamt bestehen. Diese sogenannte Import-MFK ist oft strenger als die periodische Kontrolle, da das Fahrzeug erstmals im Schweizer System erfasst wird. Ein lückenloser administrativer Prozess und vollständige Dokumente sind hier der Schlüssel zum Erfolg.
Das wichtigste Dokument bei der Einfuhr ist der „Prüfungsbericht 13.20A“. Dieses Formular erhalten Sie von der Schweizer Zollbehörde nach der ordnungsgemässen Verzollung des Fahrzeugs. Es ist der offizielle Nachweis, dass die Einfuhrabgaben (Zoll und Automobilsteuer) entrichtet wurden. Ohne dieses Dokument ist eine Immatrikulation in der Schweiz unmöglich. Bei Neuwagen wird bei der Prüfung oft nur die Übereinstimmung der Papiere mit dem Fahrzeug kontrolliert. Bei Gebrauchtwagen findet hingegen eine vollständige technische Prüfung statt.
Für eine reibungslose Import-MFK sind neben dem Formular 13.20A weitere Unterlagen zwingend erforderlich. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die wichtigsten Dokumente, ihren Zweck und wo sie erhältlich sind.
| Dokument | Zweck | Wo erhältlich |
|---|---|---|
| Formular 13.20A | Zollquittung/Einfuhrnachweis | Schweizer Zoll |
| COC-Dokument | EU-Konformitätsbescheinigung | Fahrzeughersteller |
| Abgaswartungsdokument | Schweizer Abgasnorm-Nachweis | Schweizer Garage |
| Versicherungsnachweis | Haftpflichtdeckung | Schweizer Versicherung |
Besonders die Europäische Konformitätsbescheinigung (COC – Certificate of Conformity) ist von zentraler Bedeutung. Sie belegt, dass das Fahrzeug den EU-Normen entspricht, was die technische Prüfung in der Schweiz erheblich vereinfacht. Fehlt dieses Dokument, kann die Beschaffung kompliziert und kostspielig werden. Eine sorgfältige Vorbereitung der Unterlagen ist der beste Weg, um den administrativen Rattenschwanz bei der Import-MFK zu vermeiden.
Warum ist der zerbissene Schlauch billig, aber der Motorschaden danach extrem teuer?
Ein oft übersehenes, aber extrem relevantes Thema bei der MFK-Vorbereitung sind Schäden durch Marderbisse. Besonders bei Fahrzeugen, die über Nacht draussen parkiert werden, stellen die kleinen Raubtiere eine erhebliche Gefahr dar. Ein zerbissener Kühlwasserschlauch, ein angenagtes Zündkabel oder ein perforierter Unterdruckschlauch sind auf den ersten Blick kleine Defekte. Der MFK-Prüfer wird solche Mängel jedoch sofort beanstanden, da sie die Betriebssicherheit direkt gefährden. Ein undichter Kühlwasserschlauch kann beispielsweise zum Überhitzen des Motors führen.
Die unmittelbaren Reparaturkosten für einen solchen Schlauch sind meist überschaubar. Ein Ersatzteil kostet oft nur wenige Franken, der Einbau ist für eine Garage Routine. Hier liegt jedoch die eigentliche Kostenfalle: Wird der Schaden nicht rechtzeitig vor der MFK oder im Rahmen der allgemeinen Wartung entdeckt, können die Folgekosten exponentiell ansteigen. Ein unbemerkter Kühlwasserverlust führt unweigerlich zu einer Überhitzung des Motors, was im schlimmsten Fall einen kapitalen Motorschaden mit Reparaturkosten von mehreren Tausend Franken nach sich ziehen kann.
Das Problem ist in der Schweiz weit verbreitet. Das jährliche Schadenausmass durch Marderbisse ist enorm, wie eine Schätzung der AXA Versicherung zeigt, wonach sich die Kosten gesamtschweizerisch auf rund 40 Millionen Franken pro Jahr belaufen. Bei der MFK-Vorbereitung, insbesondere bei der Motor- und Unterbodenwäsche, sollte daher gezielt nach Anzeichen von Marderschäden gesucht werden: Tatzenabdrücke im Motorraum, angebissene Dämmmatten oder eben sichtbare Bissschäden an Kabeln und Schläuchen.
Dieses Beispiel verdeutlicht perfekt das Prinzip der Prävention. Ein kleiner, billiger Defekt hat eine hohe „Systemrelevanz“ für das gesamte Fahrzeug. Ihn frühzeitig zu erkennen und zu beheben, ist ein Paradebeispiel für einen effektiven präventiven Hebel, der einen massiven finanziellen Schaden abwendet. Ein Marderschaden ist in der Regel über die Teilkaskoversicherung gedeckt, die Folgeschäden jedoch oft nicht.
Das Wichtigste in Kürze
- Der professionelle Vorab-Check ist eine kosteneffektive Investition, die sich durch die Vermeidung von teuren Nachprüfungen und Zeitverlust fast immer rentiert.
- Das Ignorieren von MFK-Terminen oder das Fahren mit nicht genehmigten Umbauten kann als grobe Fahrlässigkeit gewertet werden und zu massiven Regressforderungen der Versicherung führen.
- Eine lückenlose und korrekte Dokumentation, insbesondere bei Fahrzeugimporten und technischen Änderungen, ist ein nicht verhandelbarer Grundpfeiler für eine erfolgreiche Prüfung.
Umzug in einen anderen Kanton: Wie lange dürfen Sie mit den alten Schildern fahren?
Ein Umzug in einen anderen Kanton bringt nicht nur persönliche Veränderungen mit sich, sondern auch administrative Pflichten für Fahrzeughalter. Ein häufiger Irrtum ist die Annahme, man könne unbegrenzt mit den alten Kontrollschildern weiterfahren. Die Gesetzgebung in der Schweiz ist hier jedoch sehr klar: Nach der offiziellen Anmeldung am neuen Wohnort haben Sie eine Frist von nur 14 Tagen, um Ihr Fahrzeug beim Strassenverkehrsamt des neuen Kantons anzumelden. Das Versäumen dieser Frist kann zu Bussen führen.
Der Prozess des „Umschreibens“ ist standardisiert und relativ unkompliziert, sofern er fristgerecht erledigt wird. Ein entscheidender Punkt dabei ist, dass die Gültigkeit einer bestehenden MFK durch den Kantonswechsel nicht beeinträchtigt wird. Das nächste Aufgebot zur periodischen Prüfung wird dann einfach vom neuen kantonalen Strassenverkehrsamt ausgestellt. Sie müssen also keine ausserordentliche MFK wegen des Umzugs befürchten, solange die regulären Intervalle eingehalten werden.

Die visuelle Vielfalt der Schweizer Kontrollschilder spiegelt die föderale Struktur wider, doch die administrativen Prozesse sind weitgehend harmonisiert. Die folgenden Schritte sind für einen reibungslosen Kantonswechsel unerlässlich:
Checkliste für den Kantonswechsel
- Innerhalb von 14 Tagen nach der Anmeldung in der neuen Wohngemeinde den Halterwechsel beim neuen Strassenverkehrsamt melden.
- Den alten Fahrzeugausweis im Original einreichen. Dieser wird eingezogen und durch einen neuen Ausweis des neuen Kantons ersetzt.
- Die alten Kontrollschilder abgeben und die neuen Schilder des neuen Kantons in Empfang nehmen. Dies geschieht in der Regel direkt am Schalter.
- Die MFK-Gültigkeit bleibt bestehen. Das nächste Aufgebot erfolgt automatisch durch die neue Behörde zu gegebener Zeit.
- Die Versicherung muss umgehend über die Adressänderung informiert werden. Achtung: Die Versicherungsprämie kann sich je nach neuem Wohnort ändern.
Die prompte Erledigung dieses administrativen Schritts vermeidet unnötigen Ärger mit den Behörden und stellt sicher, dass alle Dokumente auf dem neuesten Stand sind – eine Grundvoraussetzung, um auch bei zukünftigen MFK-Prüfungen keine Probleme zu bekommen.
Nutzen Sie diese Erkenntnisse als technische und administrative Checkliste. Eine methodische Vorbereitung ist der direkteste Weg, um die Motorfahrzeugkontrolle souverän zu bestehen und den Wert Ihres Fahrzeugs langfristig zu sichern.