
Das Telmed-Modell ist mehr als nur ein Weg, Prämien zu sparen – es ist ein System-Upgrade für Ihre Gesundheitsverwaltung, wenn Sie es richtig nutzen.
- Die konsequente Nutzung der App für die Erstdiagnose ist oft schneller und effizienter als der obligatorische Anruf.
- Das Verständnis der klaren Regeln für Ausnahmen (Gynäkologe, Augenarzt) und Sanktionen ist entscheidend, um unerwartete Kosten zu vermeiden.
- Proaktive Kommunikation und gute Vorbereitung machen die telemedizinische Triage zu einem echten Zeitgewinn gegenüber dem Wartezimmer.
Empfehlung: Betrachten Sie Telmed als ein Werkzeug, das Disziplin belohnt. Wer die digitalen Pfade meistert, profitiert nicht nur finanziell, sondern auch durch eine schnellere, fokussiertere medizinische Erstberatung.
Das Versprechen des Telmed-Modells ist verlockend: Bis zu 20% tiefere Krankenkassenprämien für eine einfache Verhaltensänderung. Doch genau hier entsteht die grösste Unsicherheit. Fühlt sich dieser „digitale Türsteher“ vor dem Arztbesuch im Alltag wie eine echte Einschränkung an? Viele verbinden damit die Vorstellung von endlosen Warteschleifen und unpersönlichen Gesprächen, nur um einen Rabatt zu erhalten. Die Diskussion dreht sich oft nur um die Ersparnis und die Pflicht, vor jedem Arztbesuch zuerst ein telemedizinisches Zentrum wie Medgate oder Sante24 anzurufen.
Doch diese Sichtweise greift zu kurz und ignoriert das wahre Potenzial. Was, wenn dieser obligatorische erste Schritt kein Hindernis, sondern der Schlüssel zu einer effizienteren und zielgerichteteren medizinischen Versorgung ist? Aus der Perspektive eines Nutzers, der das System täglich lebt, geht es nicht darum, eine Hürde zu überwinden, sondern darum, ein System zu meistern. Es ist ein bewusster Tausch von uneingeschränkter Freiheit gegen eine strukturierte, oft schnellere Triage – ein Kompromiss, der für digital affine Menschen weit mehr als nur finanzielle Vorteile bringen kann.
Dieser Artikel beleuchtet, wie Sie das Telmed-Modell so in Ihren Alltag integrieren, dass es sich nicht wie eine Einschränkung, sondern wie ein persönlicher Effizienz-Hack anfühlt. Wir tauchen tief in die praktischen Aspekte ein: von der optimalen Nutzung der Apps über die Kenntnis der Spielregeln bis hin zur Vermeidung kostspieliger Fehler. Ziel ist es, Ihnen eine realistische, erfahrungsbasierte Anleitung zu geben, damit Sie eine fundierte Entscheidung treffen können, ob dieses Modell wirklich zu Ihrem Leben passt.
Um Ihnen einen klaren Überblick zu verschaffen, gliedert sich dieser Artikel in zentrale Themenbereiche, die Ihnen helfen, das Telmed-Modell aus der Praxis heraus zu verstehen.
Inhaltsverzeichnis: Telmed im Praxis-Check – mehr als nur anrufen und sparen
- Warum ist der Anruf bei Medgate oder Sante24 oft effizienter als das Wartezimmer?
- Wie ersetzen Sie den Anruf durch eine App-Diagnose, um die Zeitvorgaben einzuhalten?
- App oder Vertrauensarzt: Welches Sparmodell passt besser zu Ihrem Gesundheitsverhalten?
- Die Sanktion, die droht, wenn Sie direkt zum Spezialisten gehen ohne anzurufen
- Wann dürfen Sie trotz Telmed-Modell direkt zum Augenarzt oder Gynäkologen?
- Wie sichern Sie den Lohnfortzahlungsanspruch Ihrer Mitarbeiter ab, ohne die Liquidität zu gefährden?
- Wann entscheidet der Arzt der Versicherung, Sie mit dem Jet nach Hause zu holen?
- App oder Vertrauensarzt: Welches Sparmodell passt besser zu Ihrem Gesundheitsverhalten?
Warum ist der Anruf bei Medgate oder Sante24 oft effizienter als das Wartezimmer?
Die Vorstellung, vor jedem Arztbesuch telefonieren zu müssen, wirkt zunächst wie ein zusätzlicher Aufwand. Die Realität sieht jedoch oft anders aus. Der grösste Effizienz-Gewinn liegt in der unmittelbaren Verfügbarkeit. Während Sie auf einen Termin beim Hausarzt oft Tage warten und dann im Wartezimmer Zeit verbringen, erhalten Sie bei einem Telemedizin-Zentrum rund um die Uhr eine erste medizinische Einschätzung. Diese sofortige Triage ist der Kern des Systems. Es geht darum, schnell zu klären: Ist ein Arztbesuch überhaupt nötig? Wenn ja, bei welchem Spezialisten und wie dringend?
Dieser Prozess zwingt zu einer strukturierten Auseinandersetzung mit den eigenen Symptomen, was die Qualität der Diagnose verbessert. Anstatt unvorbereitet beim Arzt zu erscheinen, haben Sie Ihre Beschwerden bereits formuliert. Die Zahlen bestätigen die Akzeptanz dieses Modells: Wie aktuelle Versicherungsdaten zeigen, sind über 1,25 Millionen Schweizer im Telmed-Modell versichert, was seine Etablierung im Gesundheitssystem unterstreicht. Der Schlüssel liegt in der Vorbereitung, um das Gespräch so kurz und präzise wie möglich zu halten.
Ihr Aktionsplan: Den Telmed-Anruf optimal vorbereiten
- Symptome strukturieren: Notieren Sie Ihre Symptome vor dem Anruf. Wann haben sie begonnen? Was verschlimmert oder verbessert sie? Eine chronologische Reihenfolge hilft dem Arzt bei der Triage.
- Informationen bereithalten: Halten Sie Ihre aktuelle Medikamentenliste, bekannte Vorerkrankungen und Allergien bereit, um Rückfragen schnell beantworten zu können.
- Rahmenbedingungen schaffen: Wählen Sie einen ruhigen Ort für das Gespräch, an dem Sie ungestört sind. Prüfen Sie die technische Verbindung (Telefonakku, Empfang), um Unterbrechungen zu vermeiden.
- Digitale Tools nutzen: Buchen Sie Termine, falls von Ihrer Kasse angeboten, direkt über die Medgate App. Das ist oft schneller als die telefonische Koordination.
- Fristen einhalten: Melden Sie Folgetermine und erhaltene Überweisungen proaktiv und innerhalb der von Ihrer Krankenkasse vorgegebenen Fristen an das telemedizinische Zentrum.
Letztendlich ersetzt die Vorbereitung für den Anruf die physische Wartezeit. Anstatt passiv im Wartezimmer zu sitzen, nutzen Sie die Zeit aktiv, um die Konsultation vorzubereiten. Das führt nicht nur zu einem schnelleren Ergebnis, sondern oft auch zu einer klareren Kommunikation mit dem medizinischen Personal.
Wie ersetzen Sie den Anruf durch eine App-Diagnose, um die Zeitvorgaben einzuhalten?
Für einen digital affinen Nutzer liegt der wahre Effizienz-Hebel nicht im Anruf, sondern in der App. Fast alle grossen Anbieter wie CSS, Sympany oder Swica bieten mittlerweile hochentwickelte Smartphone-Anwendungen, die den Prozess der Erstdiagnose vollständig digitalisieren. Dieser „digitale Pfad“ ist der schnellste Weg, die Telmed-Vorgaben zu erfüllen, ohne auch nur eine Minute in einer Warteschleife zu verbringen. Der Kern dieser Apps ist meist ein geführter Symptom-Checker, der Sie durch eine Reihe von Fragen leitet, die ein Arzt am Telefon ebenfalls stellen würde.
Sie können Symptome in Ihrem eigenen Tempo eingeben, Fotos von Hautausschlägen oder Verletzungen hochladen und erhalten oft innerhalb von Minuten eine erste Einschätzung und eine Handlungsempfehlung. Diese kann von „Selbstbehandlung mit Medikament X“ bis hin zu „Überweisung zum Spezialisten Y“ reichen. Der entscheidende Vorteil: Sie erstellen einen digitalen Behandlungsplan, der sofort bei Ihrer Krankenkasse hinterlegt ist. Damit ist die Telmed-Regel erfüllt. Ein Rückruf erfolgt nur noch, wenn die KI oder ein Arzt im Hintergrund eine kritische Situation erkennt. Die Sicherheit Ihrer sensiblen Daten hat dabei höchste Priorität, denn seit dem 1. September 2023 gelten verschärfte Datenschutzbestimmungen für Gesundheitsdaten in der Schweiz, die von den Anbietern strikt eingehalten werden müssen.
Dieser digitale Weg erfordert anfangs etwas Umstellung, wird aber schnell zur Routine. Er gibt Ihnen die Kontrolle zurück und verwandelt eine Pflicht in ein Werkzeug, das Sie nach Bedarf nutzen.

Wie das Bild andeutet, wird das Smartphone zum zentralen Instrument Ihrer Gesundheitsverwaltung. Die Nutzung der App für die Eingabe von Symptomen und das Management von Behandlungsplänen ist der modernste und zeiteffizienteste Weg, das Telmed-Modell zu leben. Sie dokumentieren alles schriftlich und haben jederzeit Zugriff auf Ihre Historie.
App oder Vertrauensarzt: Welches Sparmodell passt besser zu Ihrem Gesundheitsverhalten?
Die Wahl zwischen dem Telmed- und dem Hausarzt-Modell ist eine der wichtigsten Entscheidungen bei der Grundversicherung. Beide bieten Prämienrabatte, basieren aber auf fundamental unterschiedlichen Ansätzen. Während Telmed auf eine flexible, digitale Erstberatung setzt, basiert das Hausarzt-Modell auf einer festen, persönlichen Beziehung zu einem bestimmten Arzt, der als Lotse im Gesundheitssystem fungiert. Um die richtige Wahl zu treffen, sollten Sie nicht nur auf die Höhe des Rabatts, sondern vor allem auf Ihr eigenes Gesundheitsverhalten und Ihre persönlichen Bedürfnisse achten.
Das Telmed-Modell eignet sich besonders für gesunde, technikaffine Personen, die selten einen Arzt benötigen und bei Bedarf eine schnelle, unkomplizierte Lösung schätzen. Die 24/7-Erreichbarkeit und die Anonymität der Erstberatung sind hier klare Vorteile. Im Gegensatz dazu ist das Hausarzt-Modell oft die bessere Wahl für Familien mit Kindern oder Personen mit chronischen Krankheiten, die eine kontinuierliche Betreuung und einen festen Ansprechpartner benötigen, der ihre Krankengeschichte genau kennt. Der folgende Vergleich zeigt die Hauptunterschiede auf einen Blick.
| Kriterium | Telmed-Modell | Hausarzt-Modell |
|---|---|---|
| Prämienrabatt | Bis zu 20% | 10-15% |
| Erreichbarkeit | 24/7 verfügbar | Praxisöffnungszeiten |
| Erstkontakt | Telefon/App obligatorisch | Direkter Arztbesuch |
| Geeignet für | Gesunde, technikaffine Personen | Chronisch Kranke, Familien |
| Flexibilität Arztwahl | Nach Überweisung frei | Hausarzt koordiniert |
Die Datenanalyse bestätigt dieses Bild: Laut einer Auswertung nutzen mehr als 20% der jungen Erwachsenen (19-25 Jahre) sowie ein signifikanter Anteil der Erwachsenen ab 26 das Telmed-Modell. Es ist besonders bei jungen, gesunden Menschen in städtischen Gebieten beliebt, die die Flexibilität und den höheren Rabatt schätzen. Für Personen, die eine enge Arzt-Patienten-Beziehung und eine persönliche Koordination bevorzugen, bleibt das Hausarzt-Modell die solidere Basis.
Die Sanktion, die droht, wenn Sie direkt zum Spezialisten gehen ohne anzurufen
Die wichtigste Regel im Telmed-Modell ist gleichzeitig die grösste Fehlerquelle: die Pflicht zur Erstberatung. Wer diese Regel missachtet und ohne vorherige Triage direkt einen Arzt oder Spezialisten aufsucht, begeht einen sogenannten Regel-Verstoss. Die Konsequenzen sind rein finanzieller Natur, können aber empfindlich sein. Die Krankenkasse ist in einem solchen Fall berechtigt, die Kostenübernahme für die Behandlung zu verweigern oder stark zu kürzen.
In der Praxis bedeutet das, dass Sie einen erheblichen Teil der Rechnung selbst tragen müssen. Bei einem Verstoss müssen Sie damit rechnen, dass die Kosten nicht vollständig übernommen werden, was je nach Kasse bis zu CHF 500 Selbstbehalt pro Arztrechnung bedeuten kann. Diese Sanktion dient als Anreiz, die Spielregeln des Modells einzuhalten, da die Prämienrabatte auf der Annahme basieren, dass durch die Triage unnötige Arztbesuche vermieden werden. Es ist keine böse Absicht der Kasse, sondern die logische Konsequenz der Vertragsbedingungen, denen Sie mit der Wahl des Modells zugestimmt haben.
Doch was tun, wenn der Fehler passiert ist? Die meisten Kassen zeigen sich kulant, wenn es sich um einen einmaligen, versehentlichen Verstoss handelt und Sie proaktiv handeln. Eine transparente Kommunikation ist hier entscheidend. Wenn Sie merken, dass Sie einen Arztbesuch nicht vorab gemeldet haben, sollten Sie umgehend handeln:
- Informieren Sie das Telmed-Zentrum so schnell wie möglich, idealerweise innerhalb von 5 Arbeitstagen nach dem Arztbesuch.
- Dies gilt auch für Notfallbehandlungen; auch diese müssen nachträglich gemeldet werden.
- Kontaktieren Sie proaktiv Ihre Krankenkasse, erklären Sie die Situation und fragen Sie nach dem weiteren Vorgehen.
- Bewahren Sie alle relevanten Unterlagen auf, die die Umstände dokumentieren (z.B. wenn es sich um eine Notfallsituation handelte).
- Seien Sie sich bewusst, dass bei wiederholten Verstössen die Kasse Sie ins teurere Standard-Modell ohne Rabatt zurückstufen kann.
Die Kenntnis dieser Sanktionen ist kein Grund zur Angst, sondern ein wichtiger Teil der „System-Disziplin“. Wer die Regeln kennt, kann sich darauf einstellen und kostspielige Fehler leicht vermeiden.
Wann dürfen Sie trotz Telmed-Modell direkt zum Augenarzt oder Gynäkologen?
Obwohl die Regel „immer zuerst anrufen“ der Grundpfeiler des Telmed-Modells ist, gibt es klar definierte Ausnahmen, die den Alltag erheblich erleichtern. Diese Ausnahmen anerkennen, dass für bestimmte medizinische Bedürfnisse eine direkte Konsultation beim Spezialisten sinnvoller ist als eine telefonische Triage. Es ist entscheidend, diese Ausnahmen genau zu kennen, um das System flexibel und ohne Angst vor Sanktionen nutzen zu können.
Die meisten Krankenkassen definieren einen festen Katalog von Situationen, in denen Sie von der Pflicht zur Erstberatung befreit sind. Diese Ausnahmen sind in der Regel in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) Ihres Vertrags aufgeführt. Ein kurzer Blick in Ihre Unterlagen oder die App Ihrer Kasse schafft hier schnell Klarheit. In der Praxis handelt es sich fast immer um dieselben Bereiche:
- Echte Notfälle: Bei lebensbedrohlichen Situationen wie einem Verdacht auf Herzinfarkt, Schlaganfall oder schweren Unfällen fahren Sie selbstverständlich direkt in die Notaufnahme. Sie müssen den Vorfall jedoch meist innerhalb einer bestimmten Frist (oft 5-10 Tage) nachträglich melden.
- Gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen: Jährliche Kontrollen beim Gynäkologen sowie die Betreuung während einer Schwangerschaft erfordern keine vorherige Triage.
- Augenärztliche Kontrollen: Wenn Sie eine neue Brille benötigen oder eine Routinekontrolle beim Augenarzt haben, können Sie direkt einen Termin vereinbaren.
- Zahnärztliche Behandlungen: Der Zahnarzt ist grundsätzlich von der Grundversicherung (und somit von der Telmed-Regel) ausgenommen, es sei denn, es handelt sich um Folgen eines Unfalls.
- Behandlungen bei Kindern: Oftmals können Kinder bis zu einem gewissen Alter (z.B. 12 Jahre) direkt zum Kinderarzt gebracht werden, ohne das Telmed-Zentrum zu kontaktieren.
Diese Ausnahmen machen das Modell wesentlich alltagstauglicher. Sie stellen sicher, dass für planbare Vorsorge und echte Notfälle keine unnötigen Hürden entstehen. Für alle anderen gesundheitlichen Probleme gilt jedoch weiterhin: Der erste Kontakt läuft über das telemedizinische Zentrum.
Wie sichern Sie den Lohnfortzahlungsanspruch Ihrer Mitarbeiter ab, ohne die Liquidität zu gefährden?
Aus der Perspektive eines Unternehmens geht es beim Thema Gesundheit der Mitarbeiter nicht nur um das Wohlbefinden, sondern auch um handfeste wirtschaftliche Faktoren wie die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Schweizer KMU können indirekt von den Telmed-Modellen ihrer Mitarbeiter profitieren, da diese eine frühzeitige medizinische Intervention fördern. Die 24/7-Verfügbarkeit der Beratung senkt die Hemmschwelle für Arbeitnehmer, gesundheitliche Probleme anzusprechen, bevor sie zu längeren Absenzen führen.
Die Förderung von Telmed als Teil der betrieblichen Gesundheitskultur kann ein intelligentes Instrument sein. Indem Mitarbeiter ermutigt werden, dieses niederschwellige Angebot zu nutzen, können Krankheiten früher erkannt und behandelt werden. Das führt potenziell zu kürzeren Ausfallzeiten und entlastet das Unternehmen. Mitarbeiter profitieren dabei nicht nur von der schnellen Hilfe, sondern auch von den bereits erwähnten Prämienrabatten von 15-20%, was die finanzielle Belastung für den Einzelnen reduziert und die allgemeine Zufriedenheit steigern kann.
Die strukturierte Natur der telemedizinischen Beratung hat zudem einen disziplinierenden Effekt, der oft zu einer besseren Dokumentation und einer klareren Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit führt. Dieser Punkt wird auch von Experten hervorgehoben.
Die telemedizinische Erstberatung zwingt Versicherte dazu, ihre Symptome vorab zu strukturieren, was oft zu einer schnelleren und präziseren Triage durch den Arzt führt.
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Für ein KMU bedeutet dies eine verbesserte Planbarkeit. Anstatt auf unklare Krankmeldungen zu reagieren, kann die durch Telmed angestossene Triage schnellere Klarheit über die voraussichtliche Dauer einer Absenz schaffen. Dies hilft, die betriebliche Liquidität zu schonen und den Lohnfortzahlungsanspruch effizienter zu managen.
Wann entscheidet der Arzt der Versicherung, Sie mit dem Jet nach Hause zu holen?
Eine der grössten Sorgen auf Reisen ist eine ernsthafte Erkrankung oder ein Unfall im Ausland. Auch hier spielt das Telmed-Modell eine zentrale, koordinierende Rolle. Die Regel „zuerst anrufen“ gilt auch bei gesundheitlichen Problemen ausserhalb der Schweiz. Das telemedizinische Zentrum agiert als Ihr erster Ansprechpartner und koordiniert die nächsten Schritte mit lokalen Ärzten und Ihrer Reiseversicherung.
Die Entscheidung über eine Repatriierung, also den Rücktransport in die Schweiz – im Extremfall per Ambulanzjet – ist ein komplexer medizinischer und logistischer Prozess. Es ist nicht der Patient, der diesen Wunsch äussert, sondern ein beratender Arzt der Versicherung, der auf Basis der medizinischen Notwendigkeit entscheidet. Die zentrale Frage lautet: Ist ein Rücktransport medizinisch notwendig oder sinnvoll? Eine „notwendige“ Repatriierung findet statt, wenn die medizinische Versorgung vor Ort nicht dem Schweizer Standard entspricht. Eine „sinnvolle“ Repatriierung kann erfolgen, wenn ein längerer Spitalaufenthalt im Ausland erwartet wird und der Transport für den Patienten unbedenklich ist.
Finanziell sind Sie im Ausland durch die Grundversicherung in der Regel gut abgesichert. Die Leistungen richten sich nach den Bestimmungen des jeweiligen Landes:
- Innerhalb der EU/EFTA: Mit der Europäischen Krankenversicherungskarte haben Sie Anspruch auf medizinische Leistungen zu den gleichen Bedingungen und Kosten wie die Einheimischen.
- Ausserhalb der EU/EFTA: Die Grundversicherung deckt Notfallbehandlungen bis zum doppelten Betrag, den dieselbe Behandlung in der Schweiz gekostet hätte. Bei Ländern mit extrem hohen Gesundheitskosten (z.B. USA, Kanada) ist eine zusätzliche Reiseversicherung daher unerlässlich.
- Koordination durch Telmed: Das telemedizinische Zentrum ist auch im Ausland Ihre erste Anlaufstelle. Es hilft bei der Suche nach einem Arzt, koordiniert mit der Reiseversicherung und leitet bei Bedarf die notwendigen Schritte für eine Repatriierung ein.
Die Entscheidung für eine Repatriierung per Jet ist also das Ergebnis einer sorgfältigen Abwägung durch Experten und für die absolut schwerwiegendsten Fälle reserviert. Für Telmed-Versicherte ist der entscheidende Vorteil die Gewissheit, auch im Ausland einen kompetenten Ansprechpartner an ihrer Seite zu haben.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Telmed-Modell ist ein Effizienz-System: Eine gute Vorbereitung auf die Erstberatung (per App oder Telefon) spart mehr Zeit als sie kostet.
- Die App ist Ihr mächtigstes Werkzeug: Nutzen Sie den digitalen Symptom-Checker, um die Anrufpflicht schnell und dokumentiert zu erfüllen.
- Regelkenntnis ist entscheidend: Wer die Ausnahmen (z.B. Gynäkologe) und Sanktionen (bis 500 CHF) kennt, vermeidet Stress und unerwartete Kosten.
App oder Vertrauensarzt: Welches Sparmodell passt besser zu Ihrem Gesundheitsverhalten?
Nachdem wir die technischen und finanziellen Aspekte verglichen haben, rückt die entscheidende Frage in den Vordergrund: Welche Art von Patient sind Sie? Die Wahl zwischen Telmed und Hausarzt ist letztlich keine rein rationale, sondern eine zutiefst persönliche Entscheidung, die von Ihrem Lebensstil, Ihrer Einstellung zur Gesundheit und Ihrem Bedürfnis nach Kontrolle und Vertrauen abhängt.
Stellen Sie sich selbst die Frage: Wenn Sie krank sind, was brauchen Sie zuerst – eine schnelle, pragmatische Handlungsempfehlung oder das beruhigende Gespräch mit einer Person, die Sie kennt? Wenn Sie jemand sind, der auf Effizienz, schnelle Lösungen und digitale Selbstverwaltung Wert legt, dann ist das Telmed-Modell wahrscheinlich eine ausgezeichnete Wahl für Sie. Sie sind bereit, für einen signifikanten Rabatt eine gewisse System-Disziplin an den Tag zu legen und sehen die digitale Triage als Chance, nicht als Bürde.
Wenn Sie jedoch Wert auf eine langjährige, persönliche Arzt-Patienten-Beziehung legen, wenn Sie die Kontinuität einer Betreuung schätzen oder eine komplexe Krankengeschichte haben, dann bietet das Hausarzt-Modell eine solidere und vertrauensvollere Basis. Der etwas geringere Rabatt wird durch das Gefühl aufgewogen, einen festen Lotsen an Ihrer Seite zu haben, der Ihre gesamte Gesundheitshistorie im Blick hat. Es geht um die Abwägung zwischen digitaler Flexibilität und persönlicher Bindung.
Analysieren Sie jetzt Ihr eigenes Gesundheitsverhalten und Ihre Prioritäten, um das Sparmodell zu finden, das nicht nur Ihren Geldbeutel, sondern auch Ihren Alltag und Ihr Sicherheitsbedürfnis am besten unterstützt.
Häufige Fragen zum Telmed-Modell
Muss ich bei einer Überweisung vom Gynäkologen wieder anrufen?
Folgebehandlungen nach Überweisungen müssen in der Regel wieder mit santé24 oder dem zuständigen Zentrum besprochen werden, ausser sie stehen in direktem Zusammenhang mit der ursprünglichen Konsultation, die bereits genehmigt wurde. Im Zweifel ist eine kurze Meldung immer der sicherste Weg.
Was gilt als echter Notfall im Telmed-Modell?
Als echte Notfälle gelten lebensbedrohliche Situationen wie ein Verdacht auf Herzinfarkt, akute Atemnot, schwere Unfälle oder plötzliche, unerträgliche Schmerzen. In diesen Fällen können und sollen Sie direkt die Notaufnahme aufsuchen oder den Notruf 144 wählen. Sie sind jedoch verpflichtet, den Notfall innerhalb einer von der Kasse festgelegten Frist (meist 5 Tage) nachträglich zu melden.