Veröffentlicht am Mai 17, 2024

Entgegen der Annahme, es ginge nur um Rendite, ist das wahre Ziel die garantierte Erfüllung eines finanziellen Versprechens an die nächste Generation.

  • Eine Erlebensfallversicherung ist das einzige Instrument, das eine exakte Summe zu einem fixen Datum garantiert, unabhängig von Börsenschwankungen.
  • Durch die Prämienbefreiung wird das Sparziel selbst bei Schicksalsschlägen wie Tod oder Invalidität des Schenkenden erreicht.

Empfehlung: Setzen Sie auf eine zweckgebundene Erlebensfallversicherung der Säule 3b. Sie bietet die nötige Planungssicherheit, um ein Generationenversprechen absolut verlässlich einzulösen.

Der Wunsch, einem Kind oder Enkelkind zum 18. oder 20. Geburtstag einen finanziellen Grundstein für die Zukunft zu legen, ist für viele ein zentrales Anliegen. Es geht um mehr als nur Geld; es ist ein Versprechen, ein Zeichen der Unterstützung für den Start ins Erwachsenenleben. Oftmals wird in diesem Zusammenhang über Aktienfonds, Sparkonten oder ETF-Sparpläne nachgedacht, um das Kapital über die Jahre zu vermehren. Diese Instrumente sind jedoch den Launen der Finanzmärkte und Zinsentwicklungen unterworfen, was das Erreichen einer exakten Summe zu einem festen Stichtag zu einem Glücksspiel machen kann.

Doch was, wenn das Hauptziel nicht die maximale Rendite, sondern die absolute Sicherheit ist, dass ein Versprechen eingelöst wird? Was, wenn die pünktliche Verfügbarkeit des Geldes wichtiger ist als die Chance auf ein paar Prozentpunkte mehr Gewinn? Hier kommt ein oft übersehenes, aber äusserst robustes Instrument ins Spiel, das genau für diese Art der generationenübergreifenden Planung konzipiert wurde. Es entkoppelt das Sparziel von der Volatilität der Börse und den Unwägbarkeiten des Lebens.

Dieser Artikel beleuchtet, wie Sie dieses Ziel mit einer felsensoliden Strategie erreichen können. Wir werden die Mechanismen analysieren, die eine garantierte Auszahlung ermöglichen, die steuerlichen Aspekte in der Schweiz betrachten und die entscheidenden Unterschiede zu anderen Sparformen aufzeigen. Es geht darum, ein finanzielles Fundament zu schaffen, das nicht auf Hoffnung, sondern auf Gewissheit beruht.

Die folgende Gliederung führt Sie durch die entscheidenden Aspekte, um ein finanzielles Versprechen an die nächste Generation sicher und pünktlich zu erfüllen. Jeder Abschnitt beantwortet eine Kernfrage auf dem Weg zur optimalen Lösungsfindung.

Warum ist die Erlebensfallversicherung das sicherste Instrument für fixe Sparziele?

Eine Erlebensfallversicherung ist im Kern ein Vertrag, der auf ein einziges, unerschütterliches Ziel ausgerichtet ist: die Auszahlung einer vorab definierten Summe an einem exakten Datum. Anders als bei Anlagen, deren Wert täglich schwankt, basiert dieses Instrument auf einer garantierten Kapitalleistung. Diese Zeitpunkt-Garantie macht sie zum idealen Werkzeug für ein Generationenversprechen. Wenn Sie beschliessen, dass Ihr Enkelkind zum 20. Geburtstag CHF 50’000 erhalten soll, stellt die Versicherung sicher, dass genau dieser Betrag an diesem Tag verfügbar ist – nicht mehr und nicht weniger.

Das Fundament dieser Sicherheit liegt im sogenannten gebundenen Vermögen. Versicherungsgesellschaften in der Schweiz unterliegen der strengen Aufsicht der FINMA und sind verpflichtet, die Gelder für garantierte Leistungen in einem hochsicheren, separaten Kapitalstock zu halten. Diese Entkopplung vom operativen Geschäft der Versicherung schützt die Ansprüche der Versicherten selbst im unwahrscheinlichen Fall von finanziellen Schwierigkeiten des Anbieters. Diese Struktur bietet eine Sicherheit, die ein Bankkonto oder ein Aktiendepot nicht leisten kann.

Visualisierung des gebundenen Vermögens als Sicherheitsmechanismus in der Schweiz

Die meisten dieser Policen werden als Produkte der Säule 3b strukturiert. Im Gegensatz zur Säule 3a, die primär der Altersvorsorge mit steuerlichen Anreizen dient, bietet die Säule 3b die notwendige Flexibilität bei der Definition von Laufzeit und Begünstigten. Dies ist entscheidend, wenn das Sparziel nicht die eigene Pensionierung, sondern ein Geschenk an eine dritte Person ist. Die flexible Ausgestaltung der Säule 3b ermöglicht es, Verträge exakt auf die Bedürfnisse von Kindern oder Enkelkindern zuzuschneiden und macht sie so zum Träger des finanziellen Versprechens.

Wie stellen Sie sicher, dass das Studium der Kinder finanziert ist, auch wenn Sie nicht mehr da sind?

Die Finanzierung einer Ausbildung, beispielsweise eines Studiums an der ETH Zürich, kann schnell Kosten von CHF 150’000 bis CHF 200’000 verursachen. Ein langfristiger Sparplan ist hierfür unerlässlich. Doch was passiert mit diesem Plan, wenn der Sparer, also die Eltern oder Grosseltern, durch einen Schicksalsschlag wie Invalidität oder Tod nicht mehr in der Lage ist, die Beiträge zu leisten? Genau hier entfaltet die Erlebensfallversicherung ihre zweite, entscheidende Stärke: die Schicksals-Unabhängigkeit.

Durch den Einschluss einer Prämienbefreiung bei Erwerbsunfähigkeit wird das Sparziel immun gegen das Risiko, dass Sie Ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Im Falle einer Invalidität übernimmt die Versicherung die zukünftigen Prämienzahlungen und stellt so sicher, dass die garantierte Summe am Ende der Laufzeit dennoch vollständig zur Auszahlung kommt. Ergänzt um ein Todesfallkapital, kann zudem sichergestellt werden, dass die Familie sofort finanziell abgesichert ist und das Sparziel für das Kind nicht angetastet werden muss.

Die Alternative, ein reiner ETF-Sparplan, bietet zwar höhere Renditechancen, aber keinerlei Schutz gegen solche Risiken. Fällt der Sparer aus, stoppt der Sparprozess, und das Endkapital hängt einzig von den bis dahin getätigten Einzahlungen und der Marktentwicklung ab. Die Versicherungslösung hingegen agiert als Garant für die Erfüllung des Plans. Die folgende Tabelle aus einer Analyse auf dievorsorge.ch verdeutlicht die zentralen Unterschiede.

Vergleich Lebensversicherung vs. ETF-Sparplan für Studiumsfinanzierung
Kriterium Gemischte Lebensversicherung (3b) Risikoversicherung + ETF-Sparplan
Garantierte Auszahlung Ja, zum vereinbarten Termin Nein, marktabhängig
Prämienbefreiung bei IV Integriert möglich Separat abzuschliessen
Renditeerwartung 2-3% garantiert 5-7% langfristig (volatil)
Kosten p.a. 1.5-2.5% der Prämie 0.2-0.5% TER + Risikoprämie
Flexibilität Eingeschränkt Hoch

Ihr Plan zur Absicherung der Kinderausbildung

  1. Ziel definieren: Schliessen Sie eine Erlebensfallversicherung mit integrierter Prämienbefreiung bei Erwerbsunfähigkeit ab.
  2. Summe kalkulieren: Berechnen Sie die Versicherungssumme basierend auf den erwarteten Studienkosten (z.B. für ein Studium an der ETH Zürich).
  3. Begünstigte festlegen: Definieren Sie das Kind klar als begünstigte Person und überprüfen Sie dies regelmässig.
  4. Schutz erweitern: Prüfen Sie die Kombination mit einem zusätzlichen Todesfallkapital, um die Familie umfassend abzusichern.
  5. Alternativen prüfen: Ziehen Sie ergänzend einen Erbvertrag oder ein Testament mit einer klaren Zweckbindung für die Ausbildung in Betracht.

Zinsgarantie oder Bankzins: Wer gewinnt im aktuellen Tiefzinsumfeld?

In einer Zeit, in der die Zinsen auf Bankkonten nahe null liegen oder sogar negativ waren, erscheint die garantierte Verzinsung einer Lebensversicherung oft attraktiv. Doch wie entsteht diese Garantie und ist sie wirklich besser als das, was Banken bieten? Der Schlüssel liegt im sogenannten technischen Zinssatz. Dies ist der Zinssatz, den die Versicherungsgesellschaft über die gesamte Vertragslaufzeit garantiert, unabhängig von den zukünftigen Entwicklungen am Kapitalmarkt.

Dieser Satz wird bei Vertragsabschluss festgelegt und bleibt über Jahrzehnte stabil. Während der Zins auf einem Bankkonto monatlich oder jährlich an die Marktbedingungen angepasst wird und somit stark schwanken kann, bietet die Versicherung eine unveränderliche Kalkulationsgrundlage. Diese Vorhersehbarkeit ist das Fundament der langfristigen Planungssicherheit. Sie opfern die Chance auf kurzfristig hohe Zinsen zugunsten der Gewissheit, dass Ihr Sparplan nicht durch eine plötzliche Zinswende ins Wanken gerät.

Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA überwacht die Festlegung dieses Zinssatzes streng, um die Solvenz der Versicherer zu gewährleisten. In ihrem Bericht wird oft die unterschiedliche Dynamik von Versicherungs- und Bankprodukten hervorgehoben. Wie die FINMA in ihrem Versicherungsmarktbericht 2024 erläutert:

Der technische Zinssatz der Versicherer reagiert träger als die Sparzinsen der Banken, bietet dafür aber langfristige Garantien unabhängig von Marktschwankungen.

– FINMA, Versicherungsmarktbericht 2024

Der Gewinn liegt also nicht in der maximalen Rendite, sondern in der garantierten Stabilität. Für ein Generationenversprechen, das in 20 Jahren eingelöst werden soll, ist diese Beständigkeit wertvoller als die spekulative Aussicht auf einen temporär höheren Bankzins. Es ist die bewusste Entscheidung für einen ruhigen, vorhersehbaren Weg anstelle einer unberechenbaren Reise.

Das Problem, wenn das Geld erst mit 25 fällig wird, das Kind es aber mit 18 braucht

Die langfristige Planung für ein Kind ist voller Unbekannter. Ein Sparziel, das für den 25. Geburtstag zur Finanzierung eines Masters oder einer Weltreise gedacht war, wird vielleicht schon mit 18 für den Führerschein oder die erste eigene Wohnung benötigt. Eine kapitalbildende Lebensversicherung ist per Definition ein illiquides Instrument; eine vorzeitige Kündigung führt oft zu erheblichen Verlusten, da der Rückkaufswert in den ersten Jahren deutlich unter den eingezahlten Prämien liegt. Dies stellt die Schenkenden vor ein Dilemma: Hält man am Vertrag fest oder akzeptiert man den Verlust?

Hier gibt es eine elegante Lösung, die oft übersehen wird: die Verpfändung der Police. Anstatt den Vertrag aufzulösen, kann er als Sicherheit für einen Lombardkredit bei einer Bank hinterlegt werden. Das Kind oder die Eltern erhalten so die benötigte Liquidität, ohne den Versicherungsvertrag und dessen Garantien aufgeben zu müssen. Der Sparprozess läuft im Hintergrund weiter, die Versicherungsdeckung bleibt bestehen und der ursprüngliche Plan wird nicht zerstört. Diese Methode überbrückt einen temporären Liquiditätsbedarf, ohne das langfristige Versprechen zu brechen.

Eltern besprechen mit ihrem Kind die zeitliche Flexibilität einer Lebensversicherung in der Schweiz

Dieses Vorgehen bewahrt die Integrität des Generationenversprechens und bietet gleichzeitig eine unerwartete Flexibilität. Die Entscheidung, ob das Geld für den Führerschein mit 18 oder den Master mit 25 verwendet wird, kann so situativ getroffen werden, ohne dass die langfristige finanzielle Basis geopfert werden muss.

Fallbeispiel: Verpfändung als Alternative zum Rückkauf

Eine Familie hat eine Erlebensfallversicherung für ihre Tochter abgeschlossen, fällig zum 25. Geburtstag. Mit 19 Jahren benötigt die Tochter jedoch unerwartet eine grössere Summe für ein Auslandssemester. Anstatt den Vertrag mit Verlust zu kündigen, verpfändet die Familie die Police bei ihrer Bank. Wie zum Beispiel die UBS für ihre Policen anbietet, dient der zukünftige Auszahlungsbetrag als Sicherheit für einen Kredit. Die Familie erhält die nötige Liquidität, die Prämien werden weiterbezahlt, und zum 25. Geburtstag wird die volle Summe fällig, aus der dann der Kredit einfach getilgt wird. Der Versicherungs- und Risikoschutz blieb die ganze Zeit über intakt.

Wann ist die Auszahlung der Erlebensfallversicherung steuerfrei?

Ein wesentlicher Vorteil von Erlebensfallversicherungen in der Säule 3b ist das potenzielle Steuerprivileg bei der Auszahlung. Unter bestimmten, im Versicherungsvertragsgesetz (VVG) festgelegten Bedingungen, kann die gesamte Kapitalleistung am Ende der Laufzeit komplett steuerfrei sein. Dies stellt einen erheblichen Vorteil gegenüber anderen Anlageformen dar, bei denen Erträge als Einkommen versteuert werden müssen.

Die zentralen Voraussetzungen für die Steuerfreiheit in der Schweiz sind in der Regel:

  • Der Vertrag wurde vor dem 66. Lebensjahr abgeschlossen.
  • Die Auszahlung erfolgt nach dem 60. Lebensjahr des Versicherungsnehmers.
  • Der Versicherungsnehmer und die versicherte Person sind identisch.
  • Der Vertrag hat eine Mindestlaufzeit (oft 5 oder 10 Jahre, je nach Kanton).

Wenn die Versicherung jedoch auf ein Kind lautet und von den Eltern oder Grosseltern bezahlt wird, gelten andere Regeln. Hier ist die Auszahlung an das Kind in der Regel nicht als Einkommen steuerbar, kann aber je nach Kanton und Höhe des Betrags der Schenkungssteuer unterliegen. Die Freibeträge sind hier jedoch oft grosszügig bemessen. Im Gegensatz dazu unterliegt die Auszahlung aus einer Säule 3a immer einer reduzierten Kapitalleistungssteuer. Die folgende Tabelle, basierend auf den allgemeinen Prinzipien, die auf der offiziellen Plattform ch.ch erklärt werden, gibt einen Überblick.

Besteuerung Säule 3a vs 3b in Schweizer Kantonen (Prinzip)
Kanton Säule 3a Kapitalbezug Säule 3b (qualifiziert*) Säule 3b (frei)
Zürich Reduzierter Satz Steuerfrei Einkommenssteuer
Genf Reduzierter Satz Steuerfrei Einkommenssteuer
Bern Reduzierter Satz Steuerfrei Einkommenssteuer
Zug Niedriger Satz Steuerfrei Einkommenssteuer

*Bei Erfüllung der VVG-Bedingungen (Vorsorgecharakter) für den Versicherungsnehmer.

Die genaue steuerliche Behandlung hängt stark vom Wohnkanton und der Vertragsgestaltung ab. Eine professionelle Beratung ist hier unerlässlich, um die Weichen von Anfang an richtig zu stellen und das finanzielle Versprechen nicht durch unerwartete Steuerabzüge zu schmälern. Die Möglichkeit einer steuerfreien Auszahlung macht die Versicherungslösung aber zu einem hochgradig effizienten Instrument der Vermögensübertragung.

Versicherung oder Bankkonto: Was lohnt sich mehr, wenn das Kind vielleicht keine Spange braucht?

Viele Sparziele für Kinder sind unsicher. Braucht das Kind mit 15 eine teure Zahnspange? Macht es mit 18 den Führerschein? Oder wird das Geld erst für das Studium benötigt? Diese Ungewissheit führt oft zur Frage: Ist ein flexibles Bankkonto nicht besser als eine starre Versicherung? Die Antwort hängt fundamental vom Persönlichkeitstyp des Sparenden und dem primären Ziel ab. Geht es um maximale Flexibilität für unvorhergesehene Ausgaben oder um die disziplinierte Erreichung eines grossen, fernen Ziels?

Ein Bankkonto bietet unbestreitbar den Vorteil der sofortigen Verfügbarkeit. Geld kann jederzeit ohne Verluste bezogen werden. Es eignet sich hervorragend für kurzfristige und unklare Sparziele. Allerdings erfordert es eine hohe Spardisziplin. Die Versuchung ist gross, das Geld für andere Zwecke auszugeben, und es gibt keine Garantie, dass das Sparziel je erreicht wird. Zudem ist der Ertrag in der Regel gering und es besteht kein Schutz gegen Schicksalsschläge.

Die Versicherungslösung erzwingt durch die regelmässige Prämienzahlung eine Spardisziplin. Sie ist das Instrument der Wahl, wenn ein grosses, langfristiges Ziel – wie die Finanzierung eines Studiums – mit Sicherheit erreicht werden soll. Der Preis für diese Garantie ist eine eingeschränkte Flexibilität. Die Entscheidung zwischen diesen beiden Welten ist daher eine persönliche Abwägung.

  • Bankkonto: Ideal für kurzfristige, flexible Sparziele und für Menschen mit hoher Selbstdisziplin. Das Geld ist jederzeit verfügbar.
  • Versicherung: Ideal für langfristige, fixe Sparziele mit hoher Priorität und für Menschen, die eine „erzwungene“ Spardisziplin schätzen. Bietet Garantien und Risikoschutz.

Oftmals ist eine Hybridlösung der beste Weg. Eine fondsgebundene Lebensversicherung in der Säule 3b kann, wie eine Übersicht auf hellosafe.ch zeigt, einen Mittelweg darstellen, indem sie Renditechancen mit gewissen Garantien und Risikoschutz kombiniert. Letztlich geht es darum, das Instrument zu wählen, das dem Charakter des Sparziels und des Sparenden am besten entspricht.

Volatilität oder Sicherheit: Welches Risiko können Sie sich mit 35 Jahren leisten?

Mit 35 Jahren und einem Anlagehorizont von 30 Jahren bis zur Pensionierung scheint die Antwort klar: Man kann sich ein höheres Risiko leisten, um von den Renditechancen der Aktienmärkte zu profitieren. Die langfristige durchschnittliche Rendite des Schweizer Aktienmarktes (SPI) liegt historisch bei rund 7% pro Jahr. Auf den ersten Blick scheint es daher unlogisch, auf eine Versicherungslösung mit einer garantierten Verzinsung von 2-3% zu setzen. Doch diese Sichtweise ignoriert die psychologische Komponente und die Bedeutung einer stabilen Basis.

Eine reine Aktienstrategie erfordert starke Nerven. In Krisenzeiten können Depots um 30% oder mehr einbrechen. Wer in solchen Momenten in Panik verkauft, realisiert massive Verluste. Eine Core-Satellite-Strategie bietet hier einen bewährten Ausweg, indem sie das Beste aus beiden Welten kombiniert: Sicherheit und Rendite. Der „Core“ (Kern) der Anlage besteht aus einem sicheren, garantierten Baustein, wie einer kapitalbildenden Versicherung. Dieser Kern sorgt für Stabilität und garantiert, dass ein Mindestbetrag unter allen Umständen erreicht wird.

Der „Satellite“ (Satellit) besteht aus chancenreicheren Anlagen wie ETFs auf den Schweizer Aktienmarkt. Dieser Teil des Portfolios sorgt für die Rendite. Das Wissen, dass der Kern des Vermögens sicher ist, gibt Anlegern die nötige Gelassenheit, die Schwankungen der Satelliten-Anlagen auszusitzen und langfristig von deren Wachstum zu profitieren.

Fallbeispiel: Core-Satellite-Strategie für einen 35-Jährigen

Ein 35-jähriger Familienvater möchte für seine Altersvorsorge und ein Sparziel für sein Kind vorsorgen. Er wählt eine Core-Satellite-Strategie. 60% seines Sparbetrags fliessen in eine gemischte Lebensversicherung der Säule 3b (Core). Dieser Teil ist sicher, garantiert eine feste Auszahlung und sichert seine Familie im Todesfall ab. Die restlichen 40% investiert er in einen kostengünstigen ETF auf den Swiss Performance Index (SPI) (Satellite). Diese Aufteilung gibt ihm die Sicherheit, dass seine Grundversorgung und das Versprechen an sein Kind garantiert sind, während er gleichzeitig am langfristigen Wachstum der Schweizer Wirtschaft partizipiert.

Das leistbare Risiko ist also keine rein mathematische Frage des Alters, sondern eine strategische Entscheidung. Es geht darum, ein Fundament der Sicherheit zu schaffen, das es einem erlaubt, die Volatilität der Märkte nicht als Bedrohung, sondern als Chance zu sehen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Hauptziel einer Erlebensfallversicherung ist nicht Rendite, sondern die garantierte Erfüllung eines finanziellen Versprechens zu einem fixen Datum.
  • Der Einschluss einer Prämienbefreiung bei Invalidität und eines Todesfallkapitals macht den Sparplan unabhängig von Schicksalsschlägen.
  • Eine Police kann verpfändet werden, um Liquidität zu erhalten, ohne den Vertrag mit Verlust kündigen zu müssen und die Garantien aufzugeben.

Zinsgarantie oder Bankzins: Wer gewinnt im aktuellen Tiefzinsumfeld?

Die Diskussion über Zinsgarantie versus variablen Bankzins wurde bereits unter dem Aspekt der Stabilität geführt. Doch es lohnt sich, die Perspektive zu wechseln und die langfristige Dynamik zu betrachten. Während ein Bankzins kurzfristig steigen und fallen kann, schafft die Zinsgarantie einer Versicherung eine unveränderliche Berechnungsbasis über Jahrzehnte. Dies hat einen mächtigen, oft unterschätzten Effekt.

Stellen Sie sich einen Sparplan über 20 Jahre vor. Ein variables Bankkonto durchlebt in dieser Zeit mehrere Wirtschaftszyklen mit hohen und tiefen Zinsphasen. Die Planung des Endkapitals ist somit höchst unsicher. Die garantierte Verzinsung der Versicherung mag im Vergleich zu Spitzenzinsphasen niedrig erscheinen, aber sie ist konstant. Jeder einbezahlte Franken wird vom ersten Tag an mit dem garantierten Satz verzinst, und dieser Zinsertrag wird im nächsten Jahr wieder mitverzinst. Dieser Zinseszinseffekt auf einer garantierten Basis schafft über die lange Laufzeit ein solides und vor allem berechenbares Fundament.

Der „Gewinner“ ist also nicht derjenige mit der höchsten kurzfristigen Rendite, sondern derjenige, dessen Strategie am besten zum Ziel passt. Für das Ziel „garantierte Auszahlung zu einem fixen Datum“ gewinnt die Zinsgarantie immer. Sie eliminiert die Variable der Zinsentwicklung aus der Gleichung. Sie kaufen keine Rendite, Sie kaufen Gewissheit. In einer unsicheren Welt ist diese Gewissheit für ein Generationenversprechen oft das wertvollste Gut.

Um die richtige Balance für Ihre persönliche Situation zu finden und sicherzustellen, dass Ihr finanzielles Versprechen an die nächste Generation auf einem unerschütterlichen Fundament steht, ist eine sorgfältige Analyse Ihrer Ziele und Möglichkeiten der erste Schritt. Eine professionelle Beratung kann Ihnen helfen, die optimale Lösung zu konzipieren.

Geschrieben von Thomas Aebischer, Unabhängiger Finanzplaner mit eidg. Fachausweis und Experte für private Vorsorge. Über 20 Jahre Erfahrung in der Banken- und Versicherungswelt mit Fokus auf Säule 3a und Steueroptimierung.