Veröffentlicht am März 15, 2024

Die finanzielle Absicherung für die Zahnspange Ihres Kindes ist eine strategische Entscheidung, die lange vor einer Diagnose getroffen werden muss, um Kostenfallen zu umgehen.

  • Das grösste Risiko ist das Warten: Nach einer Diagnose ist ein Versicherungsabschluss kaum noch möglich oder mit Leistungsausschlüssen verbunden.
  • Eine früh abgeschlossene Zahnzusatzversicherung überträgt das finanzielle Risiko für eine geringe monatliche Investition und ist oft die sicherere Option als reines Sparen.

Empfehlung: Prüfen Sie den Abschluss einer Zahnzusatzversicherung idealerweise bereits vor dem dritten Geburtstag Ihres Kindes, um eine Gesundheitsprüfung zu vermeiden und den vollen Schutz zu gewährleisten.

Als Eltern in der Schweiz ist es ein Gedanke, der fast zwangsläufig aufkommt: Was, wenn mein Kind eine Zahnspange braucht? Die Vorstellung einer Rechnung von 8’000, 10’000 oder sogar 15’000 CHF kann schnell für schlaflose Nächte sorgen. Sie wissen wahrscheinlich bereits, dass die obligatorische Grundversicherung bei Zahnfehlstellungen in der Regel nicht einspringt. Die üblichen Ratschläge – „einfach eine Zusatzversicherung abschliessen“ oder „frühzeitig Geld zur Seite legen“ – greifen oft zu kurz. Sie lassen die wichtigste Frage unbeantwortet: Was ist die *richtige* Strategie für unsere Familie?

Die Wahrheit ist, dass die Absicherung dieser Kosten weit mehr als nur ein Versicherungsthema ist; es ist eine Frage der finanziellen Weitsicht. Es geht darum, das Risiko abzuwägen und eine bewusste Entscheidung zu treffen, die zu Ihrer finanziellen Situation und Ihrer Risikobereitschaft passt. Einfach nur zu sparen, kann riskant sein, wenn die Behandlung früher als erwartet notwendig wird. Blind eine Versicherung abzuschliessen, kann teuer sein, wenn man die falsche Police wählt. Dieser Artikel ist kein Verkaufsgespräch für Versicherungen. Er ist ein strategischer Leitfaden, der Ihnen hilft, die Mechanismen zu verstehen, die Kostenfallen zu erkennen und eine fundierte Entscheidung zu treffen, um das Lächeln Ihres Kindes zu schützen, ohne Ihr Familienbudget zu sprengen.

In den folgenden Abschnitten analysieren wir die verschiedenen Facetten dieses Themas – von den tatsächlichen Kosten über die Wahl der richtigen Police bis hin zur entscheidenden Frage, wann der richtige Zeitpunkt zum Handeln ist. So erhalten Sie eine klare und umsetzbare Roadmap.

Warum kosten Zahnspangen in der Schweiz so viel und was zahlt die IV nur in Ausnahmefällen?

Die hohen Kosten für kieferorthopädische Behandlungen in der Schweiz sind für viele Eltern zunächst ein Schock. Doch sie sind das Ergebnis einer Kombination aus hochspezialisierter Arbeit, teuren Materialien und hohen Lohn- und Infrastrukturkosten. Eine Behandlung erstreckt sich oft über mehrere Jahre und erfordert zahlreiche Termine bei einem Fachzahnarzt für Kieferorthopädie. Die Komplexität der Korrektur bestimmt dabei massgeblich den Preis. Eine einfache Korrektur mit herausnehmbaren Platten ist günstiger als eine festsitzende Apparatur mit Brackets. Die Notwendigkeit einer Zahnspange ist dabei keine Seltenheit; Studien zeigen, dass bei mehr als 50% aller Kinder in der Schweiz Zahnfehlstellungen vorliegen.

Viele Eltern hoffen auf eine Beteiligung der Invalidenversicherung (IV). Hier ist jedoch grösste Vorsicht geboten: Die IV leistet nur bei schweren, angeborenen Zahnproblemen, die offiziell als „Geburtsgebrechen“ eingestuft sind. Dazu gehören beispielsweise eine schwere Lippen-Kiefer-Gaumenspalte oder eine massive Kieferfehlbildung. Die allermeisten Zahnfehlstellungen, selbst wenn sie ausgeprägt sind, fallen nicht unter diese Kategorie. Sich auf eine mögliche IV-Leistung zu verlassen, ist daher für die meisten Familien eine riskante und unrealistische Annahme.

Die Kosten variieren stark je nach Art der Spange und Komplexität des Falles. Um Ihnen eine Vorstellung der Grössenordnungen zu geben, hier eine Übersicht gängiger Behandlungsarten:

Kostenvergleich verschiedener Zahnspangentypen in der Schweiz
Spangentyp Kostenbereich Besonderheiten
Klassische Brackets CHF 2’000-8’000 Standard-Metallspange
Invisalign bis CHF 12’000 Durchsichtige Schienen
Lingualspange bis CHF 15’000 Hinter den Zähnen

Diese Zahlen verdeutlichen, warum eine strategische Vorbereitung unerlässlich ist. Ohne Zusatzversicherung oder einen gut gefüllten Spartopf müssen diese Beträge vollständig aus eigener Tasche bezahlt werden.

Wie finden Sie eine Police, die 75% der Spangenkosten ohne tiefes Limit übernimmt?

Die Suche nach der richtigen Zahnzusatzversicherung kann überwältigend sein. Die Angebote sind vielfältig, und die Details im Kleingedruckten entscheiden darüber, ob sich die Investition am Ende auszahlt. Eine gute Police zeichnet sich nicht nur durch eine hohe prozentuale Kostenbeteiligung aus, sondern vor allem durch eine hohe oder unlimitierte Deckungssumme. Eine Versicherung, die zwar 75 % der Kosten übernimmt, aber bei 2’000 CHF pro Jahr gedeckelt ist, hilft bei einer teuren Behandlung kaum weiter.

Der Schlüssel liegt darin, die Versicherungsbedingungen genau zu analysieren und auf die Fallstricke zu achten. Viele Verträge arbeiten mit progressiven Limits, das heisst, die volle Deckungssumme wird erst nach mehreren Versicherungsjahren erreicht. Auch die Wartezeit (Karenzzeit) ist ein wichtiger Faktor. In dieser Zeit, die oft zwischen 6 und 12 Monaten liegt, werden keine oder nur eingeschränkte Leistungen für Kieferorthopädie erbracht.

Um Ihnen bei der Auswahl zu helfen, haben wir eine Checkliste mit den wichtigsten Punkten zusammengestellt, die Sie bei jedem Angebot prüfen sollten. Nutzen Sie diese als Leitfaden für Ihre Gespräche mit Versicherungsberatern und für Ihren Online-Vergleich.

Ihr Prüfplan für die richtige Zahnversicherung

  1. Deckungssumme prüfen: Stellen Sie sicher, dass die maximale Erstattungssumme mindestens 10’000 CHF pro Behandlungsfall beträgt.
  2. Limit-Art verstehen: Klären Sie, ob es sich um ein Jahreslimit oder ein umfassenderes Limit pro Behandlungsfall handelt.
  3. Progressive Limits analysieren: Achten Sie auf gestaffelte Leistungen (z. B. 1’000 CHF im 1. Jahr, 2’000 CHF im 2. Jahr) und prüfen Sie, ob diese zu Ihrem Zeitplan passen.
  4. Wartefrist und Ausnahmen: Fragen Sie nach der Dauer der Wartefrist und ob diese beispielsweise nach einem Unfall entfällt.
  5. Retentionsphase abdecken: Vergewissern Sie sich, dass auch die Kosten für die Retentionsspange nach der aktiven Behandlung von der Versicherung übernommen werden.

Eine gründliche Prüfung dieser Punkte schützt Sie vor bösen Überraschungen und stellt sicher, dass Ihre monatliche Prämien-Investition im Ernstfall den gewünschten Schutz bietet.

Versicherung oder Bankkonto: Was lohnt sich mehr, wenn das Kind vielleicht keine Spange braucht?

Dies ist die zentrale strategische Frage, vor der alle Eltern stehen: Soll ich das Risiko durch eine monatliche Prämie an eine Versicherung abgeben (Risikotransfer) oder das Geld selbst ansparen und das Risiko tragen? Beide Wege haben Vor- und Nachteile. Die Entscheidung hängt stark von Ihrer persönlichen Risikobereitschaft und Ihrer finanziellen Disziplin ab. Das Sparen auf einem Bankkonto erscheint auf den ersten Blick attraktiv: Braucht das Kind keine Spange, gehört das Geld weiterhin Ihnen, plus Zinsen.

Doch dieser Ansatz birgt ein erhebliches Risiko. Was passiert, wenn die Zahnfehlstellung früh diagnostiziert wird und Sie noch nicht genügend Kapital angespart haben? In diesem Fall müssen Sie die Differenz aus Ihrem laufenden Budget finanzieren. Eine Versicherung hingegen bietet vom ersten Tag nach Ablauf der Wartezeit an Schutz. Sie zahlen eine überschaubare monatliche Prämie und sichern sich damit gegen ein grosses, unplanbares finanzielles Ereignis ab. Es ist eine klassische Wette: Der „Verlust“ der Prämien im Bedarfsfall steht dem potenziell viel höheren „Verlust“ durch eine ungedeckte Behandlung gegenüber.

Familie plant Finanzen mit Sparschwein und Taschenrechner für Zahnversicherung

Der folgende Vergleich, basierend auf einer Monatsprämie von 25 CHF über 15 Jahre, illustriert das finanzielle Ergebnis beider Szenarien. Es wird deutlich, dass die Versicherung im Ernstfall eine erhebliche finanzielle Entlastung bringt.

Wie eine vergleichende Analyse über 15 Jahre zeigt, kann die Versicherung im Ernstfall den Eigenanteil drastisch reduzieren.

15-Jahres-Vergleich: Versicherung vs. Sparkonto
Szenario Versicherung (CHF 25/Monat) Sparkonto (CHF 25/Monat)
Gesamtkosten nach 15 Jahren CHF 4’500 CHF 4’500 (plus Zinsen)
Falls Spange benötigt (CHF 10’000) Eigenanteil: CHF 2’500
Gesamtausgabe: CHF 7’000
Eigenanteil: CHF 5’500
Gesamtausgabe: CHF 10’000
Falls keine Spange benötigt Verlust: CHF 4’500 Gewinn: CHF 4’500+

Letztendlich ist die Wahl eine persönliche. Wenn Sie Sicherheit und Planbarkeit bevorzugen, ist die Versicherung der richtige Weg. Wenn Sie risikofreudiger sind und über die nötige Liquidität verfügen, kann das Sparen eine Alternative sein.

Das Risiko, die Zahnversicherung erst mit 6 Jahren abzuschliessen, wenn die Diagnose schon steht

Viele Eltern denken: „Ich warte ab, bis der Zahnarzt eine Empfehlung ausspricht.“ Dies ist jedoch die grösste und teuerste Kostenfalle, in die Sie tappen können. Eine Zahnzusatzversicherung funktioniert nach dem Prinzip der Risikogemeinschaft und nicht als Reparaturservice für bereits bekannte Probleme. Sobald eine Zahnfehlstellung diagnostiziert oder eine Behandlung angeraten wurde, ist der Zug für einen normalen Versicherungsabschluss abgefahren.

Die Versicherer schützen sich durch eine Gesundheitsprüfung. Wenn Sie den Antrag für ein sechsjähriges Kind stellen, bei dem der Zahnarzt bereits Handlungsbedarf signalisiert hat, wird die Versicherung entweder den Antrag komplett ablehnen oder die kieferorthopädischen Leistungen für diese bereits bekannte Fehlstellung ausschliessen. Sie würden dann zwar Prämien zahlen, aber im entscheidenden Moment keine Leistung erhalten. Das Prinzip lautet: Man versichert ein Haus, bevor es brennt, nicht wenn es bereits in Flammen steht.

Genau aus diesem Grund ist der frühzeitige Abschluss so entscheidend. Die meisten Schweizer Versicherer erlauben einen Abschluss bis zum 3. oder 4. Lebensjahr ohne zahnärztliches Attest oder Gesundheitsfragen. In diesem Zeitfenster können Sie Ihr Kind problemlos versichern, da in der Regel noch keine Fehlstellungen diagnostiziert wurden. Sie nutzen damit eine strategische Lücke, um sich den vollen Schutz für die Zukunft zu sichern. Warten Sie bis zum Schulalter, geben Sie diesen entscheidenden Vorteil aus der Hand und tragen das volle finanzielle Risiko allein.

Das Versäumen dieses Zeitfensters ist oft ein unwiderruflicher Fehler. Die kleine monatliche Investition in den ersten Lebensjahren ist der Preis für die Sicherheit, später nicht auf den gesamten Kosten sitzen zu bleiben. Es ist eine Investition in finanzielle Gelassenheit.

Wann lohnt sich der Grenzübertritt für die Spange und zahlt die Schweizer Versicherung dann noch?

Angesichts der hohen Kosten in der Schweiz erscheint eine Behandlung im nahen Ausland, insbesondere in Deutschland, oft als verlockende Alternative. Die Preise können dort tatsächlich deutlich niedriger sein. Bevor Sie diesen Schritt jedoch in Erwägung ziehen, gibt es mehrere wichtige Faktoren zu bedenken. Erstens sind die Preisunterschiede selbst innerhalb der Schweiz enorm. Eine Untersuchung von SRF Kassensturz für eine identische Behandlung zeigte Kostenvoranschläge, die um mehrere Tausend Franken differierten, mit Spannen von 11’000 bis 13’500 CHF.

Ein Vergleich verschiedener Offerten in der Schweiz ist also immer der erste Schritt. Sollte eine Behandlung im Ausland immer noch signifikant günstiger sein, müssen Sie die Bedingungen Ihrer Zusatzversicherung genau prüfen. Viele Versicherer schränken die Kostenübernahme im Ausland stark ein oder schliessen sie ganz aus. Die Deckung ist oft an bestimmte Bedingungen geknüpft. So übernimmt beispielsweise die AXA Behandlungen im grenznahen Ausland nur innerhalb einer 20 Kilometer Grenzzone. Behandlungen ausserhalb dieser Zone werden nicht vergütet.

Grenznähe zwischen Schweiz und Deutschland mit symbolischen Zahnarztschildern

Zudem ist eine kieferorthopädische Behandlung keine einmalige Angelegenheit. Sie erfordert über Jahre hinweg regelmässige Kontrolltermine, oft monatlich. Berücksichtigen Sie den Zeit- und Kostenaufwand für die wiederholten Fahrten ins Ausland. Ein Notfall, wie ein gelöster Bracket am Wochenende, wird im Ausland ebenfalls komplizierter zu handhaben sein. Der Grenzübertritt kann sich also lohnen, aber nur nach einer sorgfältigen Rechnung, die alle Faktoren – Versicherungsdeckung, Reisekosten und Zeitaufwand – mit einbezieht.

Sollten Sie für Ihre Kinder eine Franchise von 0 oder 600 CHF wählen?

Diese Frage bezieht sich auf die obligatorische Grundversicherung und ist ein cleverer Hebel, um Budget für die wichtige Zahnzusatzversicherung freizuschaufeln. Für Kinder können Sie in der Grundversicherung eine Franchise zwischen 0 und 600 CHF wählen. Da gesunde Kinder und Jugendliche selten hohe Arztkosten verursachen, die über die Franchise hinausgehen, ist die Wahl der höchstmöglichen Franchise von 600 CHF in den meisten Fällen eine strategisch kluge Entscheidung.

Warum? Eine höhere Franchise führt zu einer deutlich tieferen monatlichen Prämie für die Grundversicherung. Je nach Kanton und Versicherer können Sie so pro Jahr und Kind zwischen 300 und 500 CHF einsparen. Dieses Geld „verschwindet“ nicht einfach, sondern wird zu einer aktiven Investition. Statt es an die Grundversicherung zu zahlen, wo es für selten benötigte Leistungen verwendet wird, können Sie es direkt in die Prämie für eine gute Zahnzusatzversicherung umleiten.

Hier sehen Sie den direkten Effekt der Franchise-Wahl auf Ihre jährlichen Kosten für die Grundversicherung:

Jährliche Ersparnis durch höhere Franchise
Franchise Monatsprämie (Beispiel) Jährliche Kosten Ersparnis
CHF 0 CHF 95 CHF 1’140
CHF 600 CHF 70 CHF 840 CHF 300-500

Diese Strategie der Prämien-Umschichtung ist eine der effektivsten Methoden zur Optimierung Ihrer Gesundheitsausgaben. Sie minimieren die Kosten für die Grunddeckung, die Sie selten benötigen, und maximieren gleichzeitig den Schutz in einem Bereich mit hohem finanziellem Risiko – den Zähnen. Eine gute Zahnpflegeversicherung ist für Kinder bereits ab rund 7 CHF pro Monat erhältlich. Die Ersparnis aus der Franchise-Anpassung deckt diese Kosten also mehr als ab.

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine vorgeburtliche Anmeldung, um die Gesundheitsprüfung zu umgehen?

Die vorgeburtliche Anmeldung ist der ultimative Schachzug für vorausschauende Eltern. Sie ermöglicht es, Zusatzversicherungen – einschliesslich der entscheidenden Zahnversicherung – für Ihr ungeborenes Kind abzuschliessen, und zwar ganz ohne Gesundheitsprüfung. Das bedeutet, die Versicherung muss Ihr Kind nach der Geburt aufnehmen, unabhängig von allfälligen gesundheitlichen Problemen, die bei oder nach der Geburt festgestellt werden könnten. Dies schliesst auch angeborene Zahnprobleme mit ein, die später zu einer Ablehnung führen könnten.

Der richtige Zeitpunkt ist hier entscheidend. Die meisten Schweizer Versicherer ermöglichen die Anmeldung ab der 13. Schwangerschaftswoche bis kurz vor der Geburt. Es ist ratsam, dies im zweiten Trimester der Schwangerschaft zu erledigen, um alle Fristen sicher einzuhalten. Sie schliessen den Vertrag quasi für eine „unbekannte Person“ ab, und die Versicherung tritt mit dem Tag der Geburt in Kraft.

Dieser frühzeitige Schritt sichert nicht nur die Aufnahme, sondern oft auch bessere Konditionen. Einige Versicherer bieten im ersten Lebensjahr sogar kostenlose Zusatzversicherungen an, wenn die Anmeldung pränatal erfolgte. Es ist die einfachste und sicherste Methode, um die Weichen für einen lückenlosen Schutz von Anfang an zu stellen.

Fallbeispiel: Maximale Deckung durch Kooperation

Einige Organisationen wie der Familienverein PRO LIFE gehen noch einen Schritt weiter. In Zusammenarbeit mit Versicherern wie der Helsana-Gruppe wird die Standarddeckung der Zusatzversicherung (z.B. 75 % bis max. 10’000 CHF pro Jahr) durch den Verein aufgestockt. PRO LIFE übernimmt zusätzlich 15 % der Kosten ohne betragliche Limite bis zum 20. Geburtstag. Familien erreichen so eine ausserordentlich hohe Deckung von 90 % der Gesamtkosten, was das finanzielle Risiko auf ein absolutes Minimum reduziert.

Die vorgeburtliche Anmeldung ist somit der Inbegriff finanzieller Weitsicht und die wirksamste Massnahme, um spätere Diskussionen und Ablehnungen durch die Versicherung von vornherein auszuschliessen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Handeln Sie früh: Der beste Zeitpunkt für den Abschluss einer Zahnversicherung ist vor dem 3. Geburtstag oder bereits vor der Geburt, um Gesundheitsprüfungen zu umgehen.
  • Wägen Sie ab: Vergleichen Sie das garantierte Risiko einer monatlichen Prämie mit dem potenziell viel höheren Risiko einer ungedeckten Behandlung beim reinen Sparen.
  • Optimieren Sie Ihr Budget: Nutzen Sie die Ersparnis aus einer hohen Franchise (600 CHF) bei der Grundversicherung, um die Prämie der Zahnzusatzversicherung zu finanzieren.

Wie finden Sie eine Police, die 75% der Spangenkosten ohne tiefes Limit übernimmt?

Nachdem wir die allgemeinen Kriterien für eine gute Versicherungspolice besprochen haben, lohnt sich ein Blick auf ein konkretes Beispiel, das als „Goldstandard“ am Markt gilt. Das Ziel ist es, eine Police zu finden, die nicht nur einen hohen Prozentsatz übernimmt, sondern dies auch mit einer grosszügigen oder idealerweise unlimitierten Deckungssumme kombiniert. Dies ist der entscheidende Punkt, der eine gute von einer exzellenten Versicherung unterscheidet.

Einige wenige Anbieter in der Schweiz haben sich auf solche umfassenden Deckungen für Kinder spezialisiert. Diese Produkte sind oft etwas teurer in der monatlichen Prämie, bieten aber im Ernstfall eine unschätzbare Sicherheit. Sie eliminieren das Risiko, dass die Behandlungskosten die Versicherungslimite übersteigen und Sie trotz Versicherung auf einem grossen Teil der Rechnung sitzen bleiben.

Fallbeispiel: Umfassende Deckung der KPT

Die KPT Krankenkasse bietet mit ihrer Zahnversicherung in der Leistungsklasse 4 ein Beispiel für eine der umfassendsten Deckungen für Kinder in der Schweiz. Bei einem Abschluss vor dem 5. Geburtstag ist keine Gesundheitsprüfung nötig. Die Versicherung übernimmt dann bis zum 20. Lebensjahr 75 % der Kosten für Kieferorthopädie, und das entscheidende Detail ist: ohne betragliche Limite. Im ersten Lebensjahr ist diese Versicherung sogar kostenlos. Ein solches Modell bietet maximale Planbarkeit und Sicherheit für Eltern.

Wenn Sie Angebote vergleichen, halten Sie Ausschau nach genau solchen Merkmalen: Eine hohe prozentuale Beteiligung (75 % oder mehr) kombiniert mit einem sehr hohen (mind. 15’000 CHF) oder unlimitierten Jahresbeitrag für kieferorthopädische Behandlungen. Dies ist die beste Form der Prämien-Investition, um sich gegen die finanziellen Unwägbarkeiten einer langen und teuren Zahnkorrektur zu wappnen.

Der Schutz vor hohen Zahnspangenkosten beginnt nicht beim Kieferorthopäden, sondern mit einer klugen, vorausschauenden Finanzplanung Jahre zuvor. Beginnen Sie noch heute damit, die verschiedenen Optionen zu prüfen und eine informierte Entscheidung zu treffen, um dem Lächeln Ihres Kindes eine sorgenfreie Zukunft zu sichern.

Geschrieben von Beatrix Keller, Eidg. dipl. Sozialversicherungsfachfrau mit über 15 Jahren Erfahrung bei führenden Schweizer Krankenkassen. Spezialisiert auf KVG-Grundversicherungen, Zusatzversicherungen (VVG) und Leistungsmanagement im Gesundheitswesen.