
Die Absicherung Ihrer Familie ist mehr als eine Versicherungssumme; es geht darum, die kritischen Fehler zu vermeiden, die den Schutz im Ernstfall zunichtemachen.
- Eine zu niedrige Deckungssumme ignoriert die wahren Lebenshaltungskosten und schafft eine gefährliche Kapitallücke.
- Vertragsdetails wie die Begünstigungsklausel und die Verpfändung an die Bank entscheiden darüber, ob und wie schnell Ihre Familie Geld erhält.
Empfehlung: Konzentrieren Sie sich auf eine reine Risikoversicherung als präzises Instrument, um die grössten finanziellen Risiken gezielt und budgetschonend zu eliminieren.
Als Familienvater tragen Sie eine immense Verantwortung. Der Gedanke, was aus Ihrer Familie würde, wenn Ihnen etwas zustiesse, ist allgegenwärtig und beunruhigend. Sie wissen, dass Sie vorsorgen müssen, doch das Budget ist knapp und der Aufbau eines grossen Vermögens scheint in weiter Ferne. In der Schweiz hört man oft, dass die Leistungen aus AHV und Pensionskasse bei Weitem nicht ausreichen, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Das ist die bekannte Wahrheit, aber sie ist nur die Spitze des Eisbergs.
Die gängige Antwort darauf ist oft der Abschluss einer Lebensversicherung. Doch dieser Ratschlag ist gefährlich unvollständig. Das Problem liegt nicht nur darin, *ob* man eine Versicherung hat, sondern *wie* sie gestaltet ist. Viele junge Familienväter tappen in gut gemeinte, aber verheerende Fallen, die den vermeintlichen Schutz im Ernstfall wertlos machen. Es geht um Details im Kleingedruckten, die darüber entscheiden, ob das Geld bei Ihren Liebsten oder bei der Bank landet.
Doch was, wenn der Schlüssel nicht darin liegt, blind eine Police abzuschliessen, sondern darin, die Versicherung als chirurgisches Instrument zu verstehen? Was, wenn die wahre Sicherheit darin besteht, die versteckten Bruchstellen im System zu kennen und gezielt zu vermeiden? Dieser Artikel ist kein Verkaufsgespräch. Er ist ein Schutzbrief für Sie als verantwortungsbewussten Vater. Wir werden nicht über das „Ob“ sprechen, sondern über das „Wie“. Wir schmieden gemeinsam einen präzisen Schutzschild für Ihre Familie, der auch mit einem begrenzten Budget funktioniert.
Wir werden die tatsächlichen Kosten aufdecken, die oft unterschätzt werden, die Fallstricke bei der Vertragsgestaltung beleuchten und Ihnen zeigen, wie Sie sicherstellen, dass Ihre Vorsorge im schlimmsten Fall genau das tut, was sie soll: Ihre Familie auffangen und ihr eine Zukunft ermöglichen.
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Inhaltsverzeichnis: Ihr Wegweiser zum lückenlosen Familienschutz
- Warum reichen 50.000 CHF nicht aus, um eine Familie nach dem Tod des Hauptverdieners zu stützen?
- Wie kommen Sie durch die Gesundheitsfragen, wenn Sie Raucher sind oder Übergewicht haben?
- Fixe Summe oder abnehmend: Welche Variante passt perfekt zu Ihrer Hypothek?
- Der Fehler im Vertrag, der dazu führt, dass das Geld an die falschen Erben fliesst
- Wann können Sie die Todesfallversicherung getrost kündigen, weil das Vermögen gross genug ist?
- Warum verlangt die Bank Ihre Police als Sicherheit und was bedeutet das für Ihre Erben?
- Wie schnell summieren sich Spital- und Rentenkosten auf über 3 Millionen Franken?
- Den Schutzschild richtig schmieden: Eine Zusammenfassung der kritischen Punkte
Warum reichen 50.000 CHF nicht aus, um eine Familie nach dem Tod des Hauptverdieners zu stützen?
Eine Summe von 50.000 CHF mag auf den ersten Blick beruhigend wirken. Man könnte meinen, damit liessen sich die ersten Monate oder gar ein ganzes Jahr überbrücken. Die Realität in der Schweiz ist jedoch eine andere. Diese Summe verdampft angesichts der laufenden Kosten mit erschreckender Geschwindigkeit und hinterlässt eine gefährliche Kapitallücke. Der grösste Trugschluss ist die Unterschätzung der täglichen Ausgaben, die nach dem Wegfall eines Einkommens nicht einfach verschwinden.
Betrachten wir nur die Kinderbetreuung: Laut Erhebungen können die monatlichen Kosten für eine Vollzeitbetreuung schnell CHF 2’000 bis 3’500 erreichen. Die 50.000 CHF wären also allein dafür nach etwas mehr als einem Jahr aufgebraucht. Hinzu kommen Miete oder Hypothekarzinsen, Krankenkassenprämien, Versicherungen und die alltäglichen Lebenshaltungskosten. Die Summe deckt die laufenden Verpflichtungen nur für einen sehr kurzen Zeitraum ab, schafft aber keine langfristige Stabilität.
Noch dramatischer wird das Bild, wenn man die gesamten Kosten für ein Kind betrachtet. Das Zürcher Jugendamt beziffert die direkten Kosten bis zum 18. Lebensjahr auf eine beeindruckende Summe. Eine Analyse zeigt, dass für ein Einzelkind bis zur Volljährigkeit durchschnittlich Kosten in Höhe von fast CHF 350’000 anfallen können. Dies berücksichtigt noch nicht einmal den Einkommensverlust des überlebenden Elternteils, der sein Arbeitspensum reduzieren muss, oder die langfristigen Lücken in der eigenen Altersvorsorge. 50.000 CHF sind in diesem Kontext kein Sicherheitsnetz, sondern nur ein kleines Pflaster auf einer grossen Wunde.
Wie kommen Sie durch die Gesundheitsfragen, wenn Sie Raucher sind oder Übergewicht haben?
Die Gesundheitsprüfung ist ein zentraler und oft gefürchteter Teil beim Abschluss einer Todesfallversicherung. Viele befürchten, aufgrund von Gewohnheiten wie Rauchen oder eines höheren Body-Mass-Index (BMI) keinen oder nur einen unbezahlbaren Schutz zu erhalten. Die wichtigste Regel lautet hier: absolute Ehrlichkeit. Falsche oder unvollständige Angaben können im schlimmsten Fall dazu führen, dass die Versicherung die Leistung verweigert – und der gesamte Schutz war umsonst.
Versicherer bewerten das Risiko individuell. Rauchen oder Übergewicht führen nicht automatisch zu einer Ablehnung, sondern in der Regel zu einem Prämienaufschlag. Die Versicherer nutzen statistische Daten, um das erhöhte Sterblichkeitsrisiko zu kalkulieren. Ein Raucher zahlt daher mehr als ein Nichtraucher, weil sein Risiko, frühzeitig zu versterben, statistisch höher ist. Dasselbe gilt für Personen mit starkem Übergewicht (z. B. einem BMI über 30), da dies oft mit gesundheitlichen Folgeerkrankungen verbunden ist.
Es ist entscheidend, die Fragen präzise zu beantworten. „Sind Sie Raucher?“ bedeutet in der Regel, ob Sie in den letzten 12 Monaten Tabak konsumiert haben. Auch Gelegenheitsraucher müssen dies angeben. Versuchen Sie nicht, Ihren Zustand zu beschönigen. Die Versicherer haben das Recht, im Leistungsfall medizinische Unterlagen einzusehen. Stellt sich dann heraus, dass Sie gelogen haben, spricht man von einer Anzeigepflichtverletzung, die katastrophale Folgen für Ihre Hinterbliebenen hat.
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über mögliche Prämienaufschläge, basierend auf typischen Risikofaktoren. Diese Zahlen sind Richtwerte und können je nach Anbieter und individuellem Gesundheitszustand variieren.
| Risikofaktor | Durchschnittlicher Aufschlag | Beispielprämie (CHF/Monat) |
|---|---|---|
| Nichtraucher | Basis | CHF 19-26 |
| Raucher | +50-100% | CHF 30-50 |
| BMI > 30 | +25-50% | CHF 25-40 |
| Kombination | +75-150% | CHF 40-65 |
Fixe Summe oder abnehmend: Welche Variante passt perfekt zu Ihrer Hypothek?
Bei der Wahl der Todesfallversicherung stehen Sie vor einer wichtigen Entscheidung: Soll die Versicherungssumme über die gesamte Laufzeit konstant bleiben (fix) oder soll sie jährlich sinken (abnehmend)? Die Antwort hängt direkt von dem Zweck ab, den der Schutzschild erfüllen soll. Für einen Familienvater mit Eigenheim und Hypothek ist dies eine der strategisch wichtigsten Weichenstellungen. Die falsche Wahl kann bedeuten, dass Sie entweder zu viel Prämie zahlen oder Ihre Familie unterversichert ist.
Eine konstante Todesfallsumme ist ideal, um einen allgemeinen Lebensstandard oder die Ausbildungskosten der Kinder abzusichern. Der Bedarf bleibt hier über viele Jahre gleich hoch. Der Nachteil sind die tendenziell höheren Prämien, da das Risiko für die Versicherung über die gesamte Laufzeit gleich hoch bleibt. Diese Variante ist sinnvoll, wenn die Hypothek nur einen kleinen Teil der abzusichernden Risiken ausmacht.
Die abnehmende Todesfallsumme ist hingegen das Präzisionsinstrument zur Absicherung einer Hypothek. Die Versicherungssumme wird so konzipiert, dass sie parallel zur Restschuld Ihrer Hypothek sinkt. Jedes Jahr, in dem Sie Ihre Hypothek amortisieren, reduziert sich auch die benötigte Versicherungssumme. Dies macht die Prämien deutlich günstiger, da das finanzielle Risiko für den Versicherer mit der Zeit abnimmt. Sie sichern also exakt den Betrag ab, der im Todesfall zur Tilgung der Immobilienschuld benötigt wird – nicht mehr und nicht weniger. Dies ist die budgetschonendste und effizienteste Methode, um das Eigenheim für Ihre Familie zu sichern.
Die visuelle Darstellung unten verdeutlicht den Unterschied. Die konstante Deckung bleibt wie ein schützendes Dach immer gleich hoch, während die abnehmende Deckung sich dem sinkenden Schuldenberg anpasst.

Gerade in teuren Regionen wie Zürich oder Genf, wo eine Hypothek schnell 1 Million CHF erreichen kann, ist eine abnehmende Police oft die einzige finanziell tragbare Lösung, um dieses enorme Risiko gezielt auszuschalten, ohne das monatliche Budget zu sprengen.
Der Fehler im Vertrag, der dazu führt, dass das Geld an die falschen Erben fliesst
Sie haben die richtige Summe berechnet und die passende Police gefunden. Sie fühlen sich sicher. Doch ein einziger Satz im Versicherungsantrag kann all Ihre Bemühungen zunichtemachen: die Begünstigungsklausel. Dieser Passus legt fest, wer im Todesfall das Geld erhält. Viele machen hier aus Unwissenheit oder Nachlässigkeit einen Fehler, der dazu führt, dass das Kapital an die falschen Personen fliesst und die eigentlichen Bedürftigen leer ausgehen.
Das Versicherungsrecht steht über dem Erbrecht. Das bedeutet: Was in der Begünstigungsklausel Ihrer Police steht, hat Vorrang vor jedem Testament. Wenn Sie beispielsweise Ihre Ehefrau als Begünstigte eintragen und sich später scheiden lassen, ohne die Klausel zu ändern, würde im Todesfall immer noch Ihre Ex-Frau das Geld erhalten – nicht Ihre neue Partnerin oder Ihre Kinder. Die Police muss bei jeder Änderung der Lebensumstände (Heirat, Scheidung, Geburt von Kindern) aktiv überprüft und angepasst werden.
Besonders kritisch wird es in Patchwork-Familien. Hier kann eine veraltete Begünstigung zu dramatischen familiären Konflikten und finanziellen Notlagen führen.
Fallbeispiel: Die vergessene Anpassung in der Patchwork-Familie
Ein Mann hat zwei Kinder aus seiner ersten Ehe und schliesst für sie eine Todesfallversicherung ab. Jahre später heiratet er erneut und bekommt ein weiteres Kind. Er vergisst jedoch, die Begünstigungsklausel seiner alten Police anzupassen. Nach seinem plötzlichen Tod fliesst die gesamte Versicherungssumme an die Kinder aus erster Ehe. Seine zweite Frau und das jüngste Kind erhalten nichts aus der Versicherung, obwohl sie finanziell am stärksten auf die Unterstützung angewiesen wären. Dieses Szenario ist leider kein Einzelfall und führt oft zu langwierigen und zermürbenden Erbstreitigkeiten, die die Familie zusätzlich belasten.
Um solche Tragödien zu vermeiden, müssen Sie die Begünstigung präzise formulieren. Anstatt nur „Ehepartner“ zu schreiben, ist es besser, die Person namentlich mit Geburtsdatum zu nennen. Überlegen Sie auch, eine Kaskade festzulegen (z.B. „meine Ehefrau, ansonsten zu gleichen Teilen meine leiblichen Kinder“). Eine regelmässige Überprüfung, mindestens alle zwei bis drei Jahre, ist unerlässlich, um sicherzustellen, dass Ihr Schutzschild auch wirklich die richtigen Personen schützt.
Wann können Sie die Todesfallversicherung getrost kündigen, weil das Vermögen gross genug ist?
Eine reine Todesfallversicherung ist kein Vertrag für die Ewigkeit. Sie ist ein Instrument, um eine temporäre finanzielle Lücke zu schliessen. Der Moment, in dem Sie diesen Schutz nicht mehr benötigen, ist ein grosser Meilenstein. Er bedeutet, dass Sie durch Vermögensaufbau, das Erwachsenwerden der Kinder und die Tilgung von Schulden eine finanzielle Unabhängigkeit erreicht haben, die Ihre Familie auch ohne Sie tragen kann. Doch wann genau ist dieser Punkt erreicht? Die Entscheidung zur Kündigung darf kein Bauchgefühl sein, sondern muss auf einer soliden Berechnung beruhen.
Der Hauptzweck der Versicherung ist es, das fehlende Humankapital zu ersetzen – also das Einkommen, das Sie bis zu Ihrer Pensionierung noch erwirtschaftet hätten. Sobald Ihr angespartes Vermögen (abzüglich Schulden) gross genug ist, um die Lebenshaltungskosten Ihrer Familie langfristig zu decken, hat die Versicherung ihren Zweck erfüllt. Dies ist typischerweise der Fall, wenn die Kinder finanziell auf eigenen Beinen stehen und die Hypothek auf dem Eigenheim grösstenteils oder vollständig abbezahlt ist.
Die Leistungen aus der 1. und 2. Säule (AHV- und Pensionskassenrenten für Witwen und Waisen) spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle. Diese bilden das Fundament der Absicherung. Die Todesfallversicherung aus der 3. Säule schliesst nur die Lücke, die darüber hinaus besteht. Wenn diese Lücke durch Ihr Vermögen geschlossen ist, zahlen Sie für einen Schutz, den Sie nicht mehr benötigen.

Um eine fundierte Entscheidung zu treffen, sollten Sie eine systematische Bestandsaufnahme Ihrer Finanzen durchführen.
Ihre Prüfliste: Ist Ihre Familie ohne Versicherung abgesichert?
- Vermögen berechnen: Summieren Sie Ihr frei verfügbares Vermögen. Wichtig: Das im Eigenheim gebundene Kapital zählt nur bedingt, da es nicht liquide ist.
- PK-Leistungen prüfen: Kontrollieren Sie Ihren Pensionskassenausweis. Wie hoch wären die Hinterlassenenleistungen (Witwer-/Witwenrente, Waisenrenten) im Todesfall?
- AHV-Renten addieren: Informieren Sie sich über die zu erwartenden AHV-Renten für Ihre Hinterbliebenen.
- Bedarf gegenüberstellen: Vergleichen Sie die Summe der Renten und des verfügbaren Vermögens mit den geschätzten jährlichen Ausgaben Ihrer Familie.
- Zukunft einplanen: Berücksichtigen Sie die Inflation und eventuell noch anfallende, hohe Ausbildungskosten für die Kinder (z.B. Studium).
Warum verlangt die Bank Ihre Police als Sicherheit und was bedeutet das für Ihre Erben?
Wenn Sie eine Hypothek für Ihr Eigenheim aufnehmen, wird die Bank Sicherheiten verlangen. Eine gängige Forderung ist die Abtretung oder Verpfändung Ihrer Todesfallversicherung. Für die Bank ist das eine einfache Methode, ihr Risiko zu minimieren. Für Ihre Familie kann diese Entscheidung jedoch zur Verpfändungsfalle werden, die im Ernstfall zu grossen Liquiditätsproblemen führt. Es ist entscheidend, den Unterschied zwischen Verpfändung und einer einfachen Begünstigung zu verstehen.
Bei einer Verpfändung treten Sie Ihre Rechte an der Police an die Bank ab. Im Todesfall wird die gesamte Versicherungssumme direkt an die Bank ausgezahlt. Diese tilgt damit die Hypothekarschuld und überweist nur einen allfälligen Restbetrag an Ihre Erben. Der Haken: Dieser Prozess kann Wochen oder sogar Monate dauern. In dieser Zeit hat Ihre Familie keinen Zugriff auf das Geld, obwohl dringend Liquidität für Bestattungskosten, laufende Rechnungen und den Lebensunterhalt benötigt wird.
Eine weitaus bessere Alternative ist die Begünstigung zugunsten der Bank. Hier setzen Sie die Bank als unwiderrufliche Begünstigte für den Betrag der Hypothekarschuld ein. Im Todesfall erhält die Bank nur den Teil der Summe, den sie zur Tilgung der Schuld benötigt. Der Restbetrag wird sofort und ohne Umwege an die anderen Begünstigten (z.B. Ihre Ehefrau) ausgezahlt. Ihre Familie verfügt so sofort über die nötige Liquidität, um die erste schwere Zeit finanziell zu überstehen.
Fallbeispiel: Verpfändung vs. Begünstigung in der Praxis
Ein von Versicherern oft zitiertes Beispiel illustriert den Unterschied: Familie Müller hat eine Hypothek von CHF 800’000 und eine Todesfallversicherung über CHF 1 Million. Bei einer Verpfändung würde die Bank im Todesfall die gesamte Million erhalten, die Schuld tilgen und die restlichen CHF 200’000 erst nach Abwicklung aller Formalitäten an die Familie auszahlen. Mit einer Begünstigungsklausel zugunsten der Bank würde diese direkt CHF 800’000 erhalten, während die Familie sofort über die restlichen CHF 200’000 verfügen könnte, um Beerdigung und laufende Kosten zu decken.
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen und zeigt, warum die Begünstigungsklausel für Ihre Familie die deutlich vorteilhaftere Option ist.
| Kriterium | Verpfändung | Begünstigung zugunsten Bank |
|---|---|---|
| Auszahlung an Erben | Verzögert (4-8 Wochen) | Sofort (Differenzbetrag) |
| Liquidität für Familie | Eingeschränkt | Gesichert |
| Flexibilität | Gering | Hoch |
| Bankensicherheit | Maximal | Ausreichend |
Wie schnell summieren sich Spital- und Rentenkosten auf über 3 Millionen Franken?
Der Fokus bei der Absicherung liegt oft auf dem Todesfall. Doch ein mindestens ebenso grosses finanzielles Risiko ist die Erwerbsunfähigkeit durch Krankheit oder Unfall. In diesem Szenario fällt nicht nur Ihr Einkommen weg, sondern es entstehen zusätzlich massive Kosten für Pflege, medizinische Behandlungen und behindertengerechte Umbauten. Die finanzielle Belastung kann diejenige eines Todesfalls bei Weitem übersteigen und sich über Jahrzehnte auf mehrere Millionen Franken summieren.
Um die Dimension dieses Risikos zu verstehen, muss man den Wert des „Humankapitals“ betrachten. Es ist die Summe aller zukünftigen Einkommen, die Sie bis zur Pensionierung erwirtschaften würden. Ein 35-jähriger Mann mit einem Jahreseinkommen von CHF 100’000 hat über 30 Arbeitsjahre ein Erwerbspotenzial von 3 Millionen Franken – ohne Lohnsteigerungen. Fällt dieses Einkommen weg und wird nur teilweise durch IV-Renten ersetzt, entsteht eine riesige Lücke. Hinzu kommen unbezahlte Arbeit wie Kinderbetreuung und Haushaltsführung, die nun extern und teuer kompensiert werden muss.
Die Kosten explodieren, wenn eine dauerhafte Pflegebedürftigkeit eintritt. Ein Platz in einem Pflegeheim kann über CHF 10’000 pro Monat kosten. Selbst die Pflege zu Hause durch Spitex-Dienste summiert sich schnell auf mehrere tausend Franken monatlich. Umbauten am Haus für Barrierefreiheit können ebenfalls Zehntausende von Franken verschlingen. Diese Kosten werden von der Grundversicherung oft nur teilweise gedeckt.
Die Kosten bei Invalidität durch laufende Pflegekosten und Umbauten können noch höher sein als beim Tod.
– Schweizer Versicherungsexperten, Fachanalyse Erwerbsunfähigkeitsrisiko
Eine reine Todesfallversicherung greift hier nicht. Ein umfassender Schutzschild für die Familie muss daher zwingend auch eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung (oft als Rente oder Kapitalleistung) beinhalten. Sie sichert das Einkommen ab und schützt Ihre Familie vor dem finanziellen Ruin, wenn Sie zwar überleben, aber nicht mehr für sie sorgen können. Die Kombination aus Todesfall- und Erwerbsunfähigkeits-Schutz bildet das wahre Fundament der finanziellen Sicherheit.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein lückenloser Schutzschild ist kein Standardprodukt, sondern das Ergebnis präziser Planung, die über die reine Versicherungssumme hinausgeht.
- Kritische Vertragsdetails wie die Begünstigungsklausel und die Regelung mit der Bank (Verpfändung vs. Begünstigung) sind entscheidender als eine hohe Deckungssumme.
- Ehrlichkeit bei den Gesundheitsfragen und die regelmässige Anpassung der Police an neue Lebensumstände sind das Fundament eines funktionierenden Schutzes.
Den Schutzschild richtig schmieden: Eine Zusammenfassung der kritischen Punkte
Die finanzielle Absicherung Ihrer Familie ist eine der wichtigsten Aufgaben, die Sie als Vater haben. Wie wir gesehen haben, geht es dabei um weit mehr, als nur eine Versicherung abzuschliessen. Es geht darum, einen massgeschneiderten, robusten Schutzschild zu schmieden, der genau auf die Bedürfnisse Ihrer Familie und die spezifischen Risiken im Schweizer Kontext zugeschnitten ist. Ein begrenztes Budget ist dabei kein Hindernis, sondern ein Ansporn, umso präziser und effizienter vorzugehen.
Der Weg zu einem wirksamen Schutz führt über das Erkennen und Vermeiden der kritischen Bruchstellen. Es beginnt mit der realistischen Einschätzung der finanziellen Lücke, die weit über eine pauschale Summe wie 50’000 CHF hinausgeht. Es erfordert absolute Transparenz bei den Gesundheitsfragen, denn nur ein ehrlicher Vertrag ist ein sicherer Vertrag. Die strategische Wahl zwischen einer fixen und einer abnehmenden Summe optimiert den Schutz für Ihr Eigenheim, während die sorgfältige Formulierung der Begünstigungsklausel sicherstellt, dass das Geld im Ernstfall auch wirklich bei den Menschen ankommt, die es am dringendsten benötigen.
Denken Sie daran: Dieser Schutzschild ist ein lebendiges Instrument. Er muss regelmässig überprüft und an die Entwicklungen in Ihrem Leben angepasst werden. Nur so bleibt er stark und zuverlässig. Indem Sie diese Prinzipien befolgen, verwandeln Sie eine einfache Versicherungspolice in ein mächtiges Werkzeug der Fürsorge – ein echtes Versprechen an Ihre Familie, dass für sie gesorgt ist, was auch immer geschieht.
Eine präzise Analyse Ihrer persönlichen Situation und der bestehenden Vorsorgelücken ist der nächste logische Schritt, um einen lückenlosen und bezahlbaren Schutz für Ihre Liebsten zu gewährleisten.
Häufige Fragen zur Todesfallversicherung in der Schweiz
Hat das Testament Vorrang vor der Versicherungspolice?
Nein, die Begünstigungsklausel in der Versicherungspolice hat immer Vorrang vor den Anweisungen im Testament. Das Geld aus einer Lebensversicherung fällt in der Regel nicht in die Erbmasse, sondern wird direkt an die im Vertrag genannten Personen ausgezahlt. Daher ist die korrekte und aktuelle Formulierung dieser Klausel von entscheidender Bedeutung.
Was passiert bei einer unwiderruflichen Begünstigung?
Eine unwiderrufliche Begünstigung kann ohne die explizite Zustimmung des Begünstigten nicht mehr geändert werden. Dies schafft zwar eine hohe Sicherheit für die begünstigte Person, kann aber bei Lebensänderungen wie einer Scheidung zu grossen Problemen führen. Der Versicherungsnehmer verliert seine Flexibilität. Daher sollte diese Option nur in sehr spezifischen und gut überlegten Situationen (z.B. bei Geschäftsgründungen) gewählt werden.